Mit dem Regiedebüt des australischen Schauspielers Michael Budd, dessen Karriere mit einer kleinen Rolle in "Matrix Reloaded" begann, wird eine weite Mogelpackung in Sachen Folterfilm in Umlauf gebracht. Suggeriert das Cover Blut und Schmerzensschreie im Minutentakt, entpuppt sich die Geschichte als verpatzter Mindfuck mit vielen Durststrecken.
Julius erwacht fixiert im Operationssaal eines verlassenen Hospitals. Der irre Chirurg Thomas verkündet ihm, dass Julius vier Tage Folter bevorstünden und er am fünften Tag getötet werde.
Derweil befindet sich seine Ex Nicole eingeschlossen in der Leichenhalle und kann die Szenerie via Monitor verfolgen. Bricht Julius die Folter mit dem Wort "genug" ab, droht Nicole der sofortige Tod...
Inhaltlich könnte es sich um ein minimiertes Kapitel "Saw" handeln, doch leider setzt der Plot völlig andere Schwerpunkte und verfehlt die Erwartungen eingefleischter Genrefans komplett.
Denn sobald Thomas zum Eingriff ansetzt, werden Rückblicke von Julius´ Beziehung in die Runde geworfen, welche an Oberflächlichkeit kaum zu unterbieten ist.
Dass Nicole beim Thai-Boxen Geld verdient, kommt zwar dem Drive des Showdowns zugute, lässt ihren Charakter deshalb nicht gerade abgerundeter erscheinen. Julius ist indes der komplette Softie ohne irgendwelche Interessen, während das befreundete Paar (Regisseur Budd in einer Nebenrolle) nur am Rande gestreift wird. Eigentliche Kernthemen wie Moral, Gewissen und Treue verkommen zur Nebensache, so dass eventuelle Foltereinlagen im Gegenzug ohnehin nicht viel Mitgefühl hervorrufen würden.
Denn diesbezüglich erhalten Splatterfans lediglich Andeutungen, da die Kamera grundlegend wegschwenkt, sobald sich Gewalt auch nur ankündigt. Zwar spritzt mal ein wenig Blut ins Bild, doch außer einer kleinen Platzwunde auf dem Rücken ist nichts Explizites auszumachen.
Das Entfernen eines Auges und die Quetschung eines Fußgelenkes sind auch in der Ungeschnittenen nur erahnbar.
Und so dümpelt das Treiben mit vielen Erinnerungsfetzen des Protagonisten vor sich hin und man wartet ungeduldig auf den finalen Twist, der ja irgendwo noch folgen müsste.
Die eine oder andere kleine Wendung tritt zwar tatsächlich noch ein, doch einige Aspekte sind frühzeitig erahnbar und auch der Ausgang fällt viel zu kitschig aus, um noch etwas zu reißen.
Die eher schwachen Mimen sorgen für zusätzliche Defizite, nur der Score kann sich einigermaßen hören lassen.
Unterm Strich liefert die australische Low-Budget Produktion wenig bis gar keine Spannung, nicht erwähnenswerte Gewalteinlagen und eine halbwegs originelle Grundidee in völlig lahmarschiger Umsetzung, dessen Dialoglast durch die schwache Synchro nicht gerade besser dasteht. Inszenatorisch fast schon annehmbar, doch der Unterhaltungswert tendiert phasenweise gegen Null.
3 von 10