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Gut, dass Steven Spielberg und Harrison Ford keine Zeit für Kinkerlitzchen haben, denn bei dem Hai-Trash, dessen Titel an den ersten Indiana Jones "Jäger des verlorenen Schatzes" angelehnt ist, dürften ihnen mindestens die Nackenhaare zu Berge stehen.
Die Spezialeffekte sind so mies, - dagegen wirkt so etwas wie "Sharknado" beinahe wie ein Meisterwerk.

Biologie-Dozentin Reynolds verlor einst ihre Schwester durch die Attacke eines Riesenhais. Derweil treibt sich ein solcher in einem Badesee herum und verschlingt Touristen. Als sie erfährt, dass sich drei ihrer Studenten auf den Weg dorthin machen, ist Eile geboten...

Es ist mal wieder Kopfschütteln pur angesagt, denn einzig das Cover kann sich einigermaßen sehen lassen. Gedreht wurde augenscheinlich an einem Baggersee um die Ecke, welcher rein gar nicht einladend aussieht, während massiv Stock Footage bemüht wurde, um irgendwelche Haie in Gewässer schwimmend einzubetten.
Die eindimensionale Handlung besteht aus dem Running Gag zweier unfähiger Polizisten, den abenteuerlustigen Studenten, Frau Biologin und einer zwielichtigen, hexenhaft anmutenden Frau und natürlich kommt final noch der irre Wissenschaftler hinzu, der mit undefinierbaren kleinen Gerätschaften im Wald hantiert, woraufhin der Hai zuletzt nur noch durch die Luft fliegt.

Und die Effekte erst. Haie brüllen mal wieder wie Löwen und Regisseur Scott Patrick denkt, der Trashfreund merkt es bestimmt nicht. Wirklich gefressen wird hier auch niemand: Vieh taucht auf, Opfer zappelt, vielleicht mal ein wenig CGI-Blut irgendwo im Bild und weg. Grandios sind allerdings die finalen FX, als das Vieh ausschließlich durch die Luft segelt, nämlich schön mit dem Lineal gezogen von links nach rechts und genauso verschwindet das menschliche Fischfutter wie mit einem Radiergummi über die Person gestreift.
Der eine oder andere ungläubige Schmunzler bleibt da nicht aus.

Gleiches betrifft die durchweg üblen Mimen, welche meistens mit dem Gesichtsausdruck herumlaufen: Ich bin Schauspieler - und wie soll ich nun gucken? Etwas halbnackte Haut wird zwar geboten, da sämtliche Tussen ins Wasser gehen, doch billig im doppelten Sinne ist auch, wenn erst eine Truse mit pink Bikini ins Wasser geht und geschnappt wird und kurz darauf die nächste mit genau demselben pink Bikini ins Feuchte gluckst.
Preiswerte Bademode ist heutzutage eigentlich bezahlbar.

Trotz geballter Ladung völliger Dämlichkeit, handwerklichen Fehlern wie gegen das Sonnenlicht zu filmen und bei eigentlich sehr ruhigen Handlungsabläufen die Handkamera ohne Stativ einzusetzen und entsprechend zu wackeln, gibt es auch Positives zu vermerken.
Das Overacting eines Seebären macht Laune, denn dem wurde vom Hai eine Hand abgebissen.
Natürlich hat der Typ noch zwei gesunde Hände, er versucht jedoch, das "künstliche Gelenk" als immer noch schmerzend zu verkaufen, während er bei einer Überfahrt (die eigentlich nur fünf Minuten dauern dürfte) ein Lied trällert, in dem er 1000 Bierflaschen öffnet und austrinkt.
Bei 3 angekommen wird er dummerweise unterbrochen und will von vorn beginnen.
Ob bewusst oder unbewusst: Sobald der Stoff versucht ein wenig Humor einfließen zu lassen, wirkt es zumindest nicht völlig plump und in Ansätzen sogar unbeholfen drollig.

Ändert natürlich nichts an der Tatsache, wie amateurhaft der Streifen in Szene gesetzt ist, welcher schätzungsweise innerhalb weniger Tage abgedreht wurde. Da fallen gegen Ende ein paar Schneeflocken vom Himmel, doch 50 Meter entfernt sitzen bei der Parallelhandlung zwei Leute unter strahlend blauem Sonnenschein. Der Score beschränkt sich auf zwei, drei Töne vom Synthie, welche auch das Kleinkind des Regisseurs eingespielt haben könnte.
Mut zum Dilettantismus zahlt sich jedoch geringfügig aus, denn obgleich es keine spannende Szene zu verzeichnen gibt, vermag das geballte Unvermögen doch minimal zu unterhalten.
Ein Faible für Trash ist Grundvoraussetzung, denn Regisseur Scott Patrick hat es bestimmt nicht bös gemeint, - er kann es halt nicht besser...
3,5 von 10

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