Bei „Carlito´s Way“ kommen Regisseur Brian de Palma und Schauspieler Al Pacino wie schon zuvor bei „Scarface“ wieder zusammen.
Allerdings wird nicht ganz die Klasse von „Scarface“ erreicht.
Story:
Der Ex-Killer und frühere Drogendealer Carlito Brigante (Al Pacino) wird nach 5 Jahren Knast aus dem Gefängnis entlassen.
Das Leben das er früher geführt hat, interessiert ihn heute nicht mehr und er will seinem Gangsterdasein ein für alle Mal den Rücken kehren.
Deshalb meldet er sich bei seinem Anwalt und Freund Kleinfeld (Sean Penn), der auch seine vorzeitige Freilassung in die Wege geleitet hat.
Carlito beschließt, da er nun älter und durch die Erfahrungen die er im Knast gesammelt hat, die Einsicht besitzt, dass das Gangsterleben für ihn nicht mehr in Frage kommt, auszusteigen.
Er hat neue Träume und will ein ruhiges und bescheidenes Leben mit seiner großen Liebe Gail (Penelope Ann Miller), weit weg von New York führen.
Alles was er dazu benötigt ist Geld. So besucht er einen alten Gangsterfreund und wird so Teilhaber eines Nachtclubs.
Doch dummerweise häufen sich die Zwischenfälle und Carlito wird ungewollt immer wieder in das Gangster-Milieu hineingezogen aus dem es für ihn bald keinen Ausweg mehr zu scheinen gibt ...
Schauspieler:
Al Pacino spielt Carlito Brigante.
Jeder kennt ihn, jeder verehrt ihn. Dennoch will er nach seiner Freilassung sein Gangsterleben ein für alle Mal hinter sich lassen.
Er ist alt geworden und müde und bemerkt das er im Laufe der Jahre zu weich geworden ist.
Sean Penn spielt Kleinfeld.
Kleinfeld ist ein mieser und korrupter Anwalt. Der alle von vorne bis hinten bescheißt und zunehmend seine Nase nicht mehr in seine Fälle sondern nur noch in Koks hält.
Er ist unberechenbar und würde jeden für Geld töten.
Penelope Ann Miller spielt Gail.
Sie ist die frühere Geliebte von Carlito.
Sie ist Tänzerin und träumt davon mal in einer großen Bühnenshow aufzutreten.
Inszenierung:
Die Inszenierung von Seiten de Palma´s ist mal wieder Top. Er schafft es stimmungsvoll die passenden Bilder einzufangen.
Vor allem am Anfang sieht man Al Pacino in s/w´em Hintergrund und nur das Bild an der Wand wird farblich hervorgehoben.
Später gegen Ende des Films wird wieder auf die Szene eingegangen. Oftmals ertönt Pacino´s Stimme auch im Off, was an die Gangsterfilme von Martin Scorsese erinnert.
Man könnte sagen das de Palma das von Scorsese abgeschaut, aber dennoch gekonnt eingesetzt hat.
Die Action bietet zu Beginn und am Ende des Film einige Scheißereien, die auch blutig gedreht sind. Die sind für diese Art von Film gut gewählt, aber man sollte nix spektakuläres erwarten wie bei Brian de Palmas früheren Filmen wie „Scarface“ oder „The Untouchables“.
Allerdings hätten übermäßig viele Schießereien zu dieser Art von Film auch nicht gepasst.
Es handelt sich halt bei „Carlito´s Way“ mehr um einen Thriller, als um einen waschechten Gangsterfilm.
Die Laufzeit von 135 Min. ist zwar durchaus notwenig, um die wichtigsten Charaktere vorzustellen und auch tiefer in deren Beziehung zueinander zu zeigen, aber man hätte bei dieser enormen Laufzeit noch mehr Infos über Carlito (Al Pacino) einbauen können.
Was nicht heißen soll, das diese Szenen überflüssig sind, doch manchmal passiert auch einfach mal nichts.
Fazit:
„Carlito´s Way“ ist einer der letzten richtig guten Gangsterfilme, falls man ihn überhaupt so bezeichnen kann.
Der Film besitzt viel Charaktertiefe und die Story wurde gut durchdacht.
Al Pacino spielt ja nicht zum ersten Mal einen Mann mit krimineller Vergangenheit. Dennoch schafft er es auch hier wieder seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis zu stellen.
Positiv ist, das Pacino kein Mafiaboss wie bei „der Pate“ oder „Scarface“ spielt, sondern jedeglich eine große Nummer im Mafiageschäft früher zwar mal war, dieses Leben aber hinter sich lassen will.
Die Erzähl -und Sichtweise von Pacino´s Charakter hat es mir besonders angetan. Man lernt viel über das Mafiageschäft kennen und wie man diesem nur schwer wieder entgehen kann.
Einzigster Kritikpunkt ist, das ich mir eine intensivere Vorgeschichte über Carlito Brigante (Al Pacino) gewünscht hätte.