Gangsterdramen haben schon lange Tradition im Kino. Neben den Regisseuren Coppola (Der Pate) und Scorseses ( Goodfellas, The Departed, Casino) gibt es noch den Brian DePalma der mit Scarface und The Untouchables schon zwei Genrehighlights gedreht hatte. Bei Carlito's Way spielt wieder Al Pacino und wie bei Scarface spielt dieser Film eher im US Hispanic Milieu. Carlito Brigante ist doch ein wunderbarer Name für einen Gangster. Nach Jahren im Gefängnis kehrt Carlito Brigante wieder nach Spanish Harlem in New York zurück. Jedoch die Zeiten haben sich verändert und so will auch Carlito nur mehr mit seinem Nachtclub viel Kohle verdienen und dann in den Ruhestand treten. Auf keinen Fall will er mehr in krumme Geschäfte verwickelt werden. Nur so leicht kommt man aus diesen Kreisen nicht heraus. Dafür sorgt auch sein Anwalt und Kokain süchtiger Freund Kleinfeld (Sean Penn). Die Ironie Carlito brachte ihn selbst vor Jahren in das Geschäft.
Nicht nur Carlito ist eine traurige Figur. Auch Feinstein der Anwalt will eigentlich gar nichts mehr mit diesen Gangstern zu tun haben. So ist Feinstein neben Carlito die zweite Hauptfigur. Beide Figuren sind gut gezeichnet und kongenial gespielt von den beiden großen Darstellern. Sean Penns Figur sieht dabei etwas ungewöhnlich aus (Rotes krauses Haar und Halbglatze!). Al Pacino scheint der Gangster der zu plötzlichen Gewaltausbrüchen neigt auf den Leib geschrieben zu sein. Carlito erzählt selbst seine Geschichte. Durch diese Erzählerstimme werden einige Längen im Film überwunden. Wie Carlito früher gewesen sein muss sieht man in der Figur des jungen Gangsters Bennie Blanco aus der Bronx Die Gewaltszenen halten sich in Grenzen, doch wird dann und wann dem Zuschauer einiges geboten. Carlito scheint die Brutalität im Blut zu haben, doch für ihn zählen Freundschaft, Ehrlichkeit und Respekt. Doch seine ehemaligen Gangsterkumpels scheinen sich nicht ganz an seinen Weg zu halten. Auch die Liebe hat einen großen Stellenwert in seinem Leben. Beginnt der Film noch ganz ordentlich verliert er etwas an Fahrt, um dann wieder extrem spannend zu werden. Das liegt aber auch daran, dass Carlito sich aus allen raushalten möchte. Man hofft richtig, dass es Carlito schafft. Wirklich hervorragend ist die „Suspense" Verfolgungsjagt in der U-Bahn gegen Ende des Films.
De Palma zeigt auch dass er visuell einiges drauf hat. Man merkt durchaus seinen Stil und man ist teilweise an" The Untouchables" und „Scarface" erinnert. Stilsicher und gekonnt in Szene gesetztes Gangsterdrama mit sehr guten darstellerischen Leistungen.