Review
von Leimbacher-Mario
Assault on Precinct Hell
Die erste Schicht für eine junge Polizistin - in einer verlassenen Polizeiwache, die bald schließen wird und in der wohl vor einiger Zeit ein Kult gefangen genommen wurde, der sich dann rituell das Leben genommen hat. Oder so ähnlich. So oder so: diese Nachtschicht wird für den Rookie die Hölle...
Natürlich denkt bei einer „verlassenen Polizeistation“ direkt jeder Genrehead an Carpenter. Aber das Szenario wirkt dennoch viel frischer und unverbrauchter als es jede Nervenheilanstalt je könnte. „Last Shift“ kann ich jedem Horrorfan nur wärmstens empfehlen. Zumindest als Zwischenmahlzeit. Das Ding ist diabolisch, klaustrophobisch und durchgehend spannend. Zudem ist die Protagonisten nicht nur hübsch sondern auch tough, es gibt weit mehr als nur ein paar fiese Jumpscares und die Soundkulisse zerrt heftig an den Nerven. Das ist Mitternachtskino vom Feinsten, das spielt weit über seinem Budget. Genau das versuchen junge Filmemacher mit leeren Portemonnaies zu erreichen - doch sie scheitern meist kläglich. Hier ist das nicht der Fall. Und das beeindruckt tief! Vom eindringlichen „Monsterdesign“ (das leider auf vielen Postern schon entblößt wird) bis zum bitteren (wenn auch absehbaren) Ende - mich wundert, dass „Last Shift“ vor fünf Jahren nicht höhere Wellen geschlagen hat und auf mehr Festivals usw. lief. Ein unbedingter Tipp und genau das, was ich viel öfters sehen will und was ich (im allerbesten Fall) selbst als Filmemacher erreichen wollen würde. Sogar die gelieferten Connections zum Fall bzw. Begründungen, warum die junge Dame nicht das Weite sucht, schienen mal nicht an den Haaren herbeigezogen. Einzig und allein das Konzept, wie dann die Station erkundet und von dämonischen Kräften zermürbt wird, kann etwas repetitiv wirken. Ansonsten ist jedes Meckern unnötig.
Fazit: Carpenter kann stolz auf solche filmischen „Nachfahren“ sein. „Last Shift“ macht mit Mini-Budget, wenigen Darstellern und nur einem Setting alles richtig, was die meisten seiner „Klassenkameraden“ vergeigen oder billig, überhastet, überfordert stolpern lässt. Oldschool trifft New School - und es funktioniert!