George Miller hat mit der Fortsetzung zu seiner Mad-Max-Reihe offenbar einiges in Gang gesetzt, denn vermehrt setzen Regieneulinge auf schlicht produzierte Wüsten-Action.
Produktionsdesigner Tom Hammock inszeniert seine Geschichte allerdings recht sparsam und vermag erst im letzten Drittel ein wenig effektiver an der Tempo- und Spannungsschraube zu drehen.
In einer postapokalyptischen Wüstengegend hat es seit zehn Jahren nicht mehr geregnet, was den wenigen Überlebenden natürlich an die Nieren geht, zumal Wasserbaron Carson (Jon Gries) und seine Bande aus reiner Habgier alle töten, die noch irgendwie Wasservorräte oder gar Brunnen besitzen. Die siebzehnjährige Kendal (Jaley Lu Richardson) und ihr Bruder Dean (Booboo Stewart) konnten sich bislang gut vor den Schergen verstecken, doch als der Junge Alby (Max Charles) von Carson entführt wird, rüstet sich Kendal zur Gegenwehr...
Parallelen zu "Mad Max" sind natürlich unverkennbar: Einzelkämpfer gegen Ausbeuter, eine nicht näher erläuterte Zukunft, raues Ödland und auch das Rachemotiv spielt eine kleine Rolle.
Allerdings wirkt der Kampf um die letzten Wasserreserven sehr sparsam dosiert, obgleich die Mojave-Wüste eine treffende Lokalität ist. Ein paar abbruchreife Häuser, schlichte Kleidung, einfache Waffen und ausbleibende Fortbewegungsmittel kommen auf Dauer arg minimalistisch daher, - es mangelt hüben wie drüben an Tempo und Action.
Dabei kann sich Heldin Kendal rasch als Sympathieträgerin etablieren, da sie hilfsbedürftigen Landstreichern mit kleinen Absicherungen Wasser spendiert, sich stets um Alby sorgt und versucht, ihren kranken Bruder irgendwie über die Runden zu bringen. Doch die Konfrontation mit den bösen Wichten bleibt zu lange aus. Stattdessen gibt es viele Situationen des Versteckens und Ausharrens, gerne aus oftmals gelungenen Beobachtungsperspektiven gefilmt, doch knisternde Spannung will sich bei alledem nur selten einstellen.
Erst im letzten Drittel, nachdem einige Gewalttaten im Off stattfanden, dreht Hammock ein wenig auf, indem endlich direkte körperliche Konfrontationen zu verzeichnen sind und mit Einsatz von Messer und Schwert auch etwas mehr als nur blutige Einschüsse über den Bildschirm flimmern. Hauptdarstellerin Richardson performt indes mit glaubhaften Emotionen und vollem Körpereinsatz deutlich überdurchschnittlich, wogegen die übrigen Mitstreiter auffallend blass bleiben, einschließlich des skrupellosen Killerbosses.
Somit unterhalten die rund 94 Minuten der kargen Wüsten-Action nur bedingt, da die Geschichte an sich nichts Innovatives liefert und selbst der Showdown weitgehend vorhersehbar bleibt. Handwerklich geht die Chose zwar in Ordnung und der zurückhaltende Score setzt leichte atmosphärische Akzente, doch trotz deutlichen Wassermangels will der sprichwörtliche Funke eben nie so recht überspringen.
5,5 von 10