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Der Einfluss einiger Musikstars ist bekanntlich enorm, besonders bei erfolgreichen Künstlerinnen wie Jennifer Lopez oder Rihanna. Wenn sich eine populäre Animationsschmiede wie Dreamworks jedoch soweit einlullen lässt und das Drehbuch um deren Songs herum bastelt, bleibt jegliche Herzenswärme auf der Strecke.

Die außerirdischen Boovs um Loser Oh (Bastian Pastewka/Jim Parsons) suchen ein neues Zuhause und landen kurzerhand auf der Erde, während die Menschen nach Australien umgesiedelt werden.
Die zwölfjährige Tip (Maja Maneiro/ Rihanna) und ihr Kater Schwein werden von dieser Maßnahme jedoch nicht erfasst und treffen bald auf Oh, welcher aufgrund eines Missgeschicks von seinen Artgenossen verfolgt wird. Zwangsläufig müssen sich die beiden Außenseiter zusammenraufen und nichts weiter tun als die Welt zu retten...

Grell, bunt, Sprachfehler, - das nehmen Auge und Ohr sogleich wahr und nicht gerade im Positiven. Diese Boovs in einer Mischung aus niedlichem Drachen, Jogi-Bussi und Tentakel-Gewöbbel, auf deren Planeten offenbar alles rund ist und viel an Seifenblasen erinnert, könnten auch als Speed-Variante der Teletubbies durchgehen. Held Oh wünscht sich zwar Freunde wie eben alle Außenseiter, doch bei seinen grammatikalischen Aussetzern könnte er bei jungen Zuschauern mit Sprachproblemen eher für weitere Defizite sorgen.
Pastewka, Maneiro und Uwe Ochsenknecht als titelgebender Captain Smek ist bei alledem nichts vorzuwerfen, da die engagierte und gutgelaunte Synchro eher zu den Pluspunkten zählt.

Das konstant flotte Erzähltempo und die gewohnt flüssige und detailreich ausgearbeitete Animation kaschieren allerdings auf Dauer nicht, wie einfältig das Buddy-Gespann daherkommt und wie oberflächlich der Stoff im Grunde ausgearbeitet wurde.
Es gibt keinen zeitlichen Kontext zur Geschichte, der mögliche Sidekick in Form des Katers verkommt zur Nebensächlichkeit mit nur minimalem Schmunzeleffekt, während sich die Figur der Tip lediglich über die Suche nach der Mutter (Jennifer Lopez) definiert und ansonsten eher wie die Leitfigur eines anstrengenden Mädchengeburtstags anmutet.

Werte wie Toleranz, Mut, Einsicht, Zusammenhalt und Freundschaft werden zwar angemessen vermittelt, kurzfristig unterhaltsame Action, ein paar Schauwerte (kippender Eifelturm) und eine Handvoll kreativer Einfälle ("Nahrung" des Fluchtfahrzeuges) bleiben nicht unentdeckt, doch der Funke springt zu keiner Zeit über, da eben das Liebevolle fehlt.
Kaum spannend, kaum witzig, nahezu überraschungsfrei und nur sehr bedingt emotional, - da erhofften sich die ganz Großen den fetten Reibach, jedoch bleibt eine Langzeitwirkung bei so einer beinahe substanzlosen Nummer deutlich auf der Strecke.
4 von 10

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