Sechs Jahre bevor Michael Mann (Miami Vice) mit "Heat" einen der wohl besten Filme der 90er auf die Leinwand zauberte, inszenierte er die gleiche Story bereits fürs Fernsehen. Dass hier alles ein wenig magerer ausfällt als im Kino-Remake dürfte klar sein. Dennoch hat "Showdown in L.A." einen gewissen Unterhaltungswert - besonders wenn man ihn mit "Heat" vergleicht.
Nach einem missglückten Coup wird der Gangster Patrick (Alex McArthur), obwohl unschuldig, des Mordes verdächtigt. Verfolgt wird er von dem knochenharten Cop Hanna (Scott Plank). Die Jagd artet bald in einem gnadenlosen Zweikampf aus, den nur einer von beiden überleben kann...
Sowohl Scott Plank (Without Evidence) als auch Alex McArthur (Denn zum Küssen sind sie da) können schauspielerisch mit Pacino und De Niro keineswegs mithalten. Abseits dieses Vergleiches kann sich Plank noch am besten schlagen. Er mimt den knallharten Karriere-Bullen mit Designeranzug und Krawatte, womit er ein wenig an Sonny Crockett aus der "Miami Vice"-Serie erinnert. McArthur hingegen wirkt recht farblos und kann nur wenige Akzente setzen. In den Nebenparts ist der Film mit Daniel Baldwin (Phoenix), Xander Berkeley (Air Force One), Michael Rooker (Cliffhanger) und Cary-Hiroyuki Tagawa (Mortal Kombat) aber mindestens genauso prominent besetzt wie das Remake.
An "Showdown in L.A." kann man deutlich erkennen, warum Michael Mann den Stoff fürs Kino nochmal aufgearbeitet hat. Denn bei dem TV-Film fehlte ihm das nötige Budget und die passenden Hauptdarsteller, damit er was Großes erschaffen konnte. Vom Handlungsaufbau läuft es hier ähnlich ab wie in "Heat", auch wenn wegen Kostengründen mehrere Handlungsstränge fehlen und Nebenfiguren noch nicht die entsprechende Charaktertiefe erhalten. So sind Patricks Komplizen irgendwelche austauschbaren Gesichter und auch Hannas Ehefrau fehlt hier noch das nötige Profil. Lediglich der von Berkeley verkörperte Waingro sowie Patricks Geliebte Eady können neben den Hauptprotagonisten bestehen. Von der Location her schafft es Mann hier noch nicht seine Lieblingsstadt Los Angeles in solch genialen Aufnahmen wie in "Heat" und "Collateral" in Szene zu setzen. Eher hat man das gefühl, dass man sich die "Miami Vice"-Kulissen für den Dreh geborgt hat. Bezüglich der Action fällt der Streifen auch ein wenig mager aus. Darum ist die große Straßenschießerei zwar schön anzusehen, doch kann ihrer Kopie aus "Heat" kaum das Wasser reichen. Obwohl das Finale recht kurz ausfällt, bietet es immerhin eine interessante Alternative zum "Heat"-Showdown. Was den Score angeht, so will der hier auch noch nicht so ganz überzeugen.
Im Endeffekt ist "Showdown in L.A." eine durchschnittliche TV-Version von Manns Meisterwerk "Heat", und kann trotz der Vergleiche zu diesem nur mässig unterhalten. Für eine Spielzeit von gerade mal 93 Minuten kann Mann den Film aber gut ausfüllen, auch wenn natürlich noch einige wichtige Sequenzen fehlen. Einmaliges anschauen dürfte darum genügen, da das Remake eindeutig die bessere Alternative darstellt.