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From Space Invaders to Money Makers

"Video Games: The Movie" nimmt es sich zur (scheinbar zu großen) Aufgabe die Videospielgeschichte durchzurushen, vom Magnavox bis zur damals anstehenden PS4-Generation. Dabei gibt's coole Songs, O-Töne und Collagen, zwischen Queen und Crash Bandicoot sozusagen - aber leider mit sehr wenig Seele, Übersicht und Ehrlichkeit...

Im Grunde sollte diese Doku und Aufarbeitung der Videospielgeschichte genau meins sein. Genug der Generationen habe ich mitgemacht, genug liegt mir das Thema am Herzen, genug zehntausende Stunden habe ich in meinem Leben in dieses Hobby gesteckt. Und gerade für Leute wie uns wirkt "Video Games: The Movie" leider erstaunlich aufgeblasen und irgendwie... in Schräglage. Sprunghaft, unkonzentriert, oberflächlich und einfach weder detailliert noch echt. Man merkt unheimlich schnell und unangenehm, dass das eher Werbung und Marketing als Passionsprojekt und Real Talk ist. Dabei will ich das Projekt gar nicht zu kaputtreden und niedermachen. Für Einsteiger in das Thema, für MTV früher, für Wikipedia oder Pressematerial, als Plattform bzw. Selbstvermarktung der quatschenden Köpfe und als große Party der Industrie ist das alles okay. Aber um einen durchgehend leicht abgestandenen und aufdringlich aufgeblasenen Geschmack kommt man leider nicht herum. Und das geht von gehobenen Zeigefingern über völlig unpassende Ghandi-Zitate bis zur Auslassung riesiger Schritte, Konsolen und Themenkomplexe. Es wirkt immer irgendwo zwischen Kindergartendoku, Wikipediaartikel und Selbstbeweihräucherung der Industrie. Und das stinkt mir und jedem echten Gamer dann doch etwas. Das reicht nicht. Aber als Einstiegspunkt ist das noch annahmbar. Die essenzielle und alles komprimierende Doku und Aufarbeitung des Medium, die es selbst meint zu sein, ist es aber nicht ansatzweise. 

Fazit: wannabe-cool, wannabe-informativ, wannabe-komplett und wannabe-unterhaltsam... "Video Games: The Movie" ist eine leider sehr oberflächliche, scheinheilige und aufgeblasene "Doku"-Werbeveranstaltung. Eher MTV als IGN. Irgendwie fake und faul. Nicht gänzlich mies - aber auch nicht dem riesigen Thema würdig. In wenigen Jahren wird genau sowas komplett von K.I. auf die Beine gestellt... Und Herz fehlt schon jetzt. 

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