Review

Nachdem das deutsche Kino den diesjährigen Tiefpunkt mit "Pura Vida Ibiza" bereits hinter sich hat, steht der Tiefpunkt des diesjährigen österreichischen Kinos unmittelbar bevor.
Roland Düringer (wer ist das ?) spielt Autoverkäufer Gerry, der Urlaub inmitten eines von Wüsten umgebenen Ferienmekkas macht.
Der Film nervt mit allerlei Abenteuern, die Gerry dort wiederfahren, da es darunter nicht wirkliche gibt (kotzende Urlauber, notgeile Animateure und ein dem Deutschen kaum mächtiger (asiatischer) Hotelier).
Das Problem an dieser (Mundart?-)Komödie ist, dass man Hauptfigur Gerry als Nicht-Österreicher in seinen Ausführungen nur geringfügig folgen kann, da man nur wenig von seinem Ösi-Kauderwelsch versteht, gegen den selbst der schlimmste sächsische Dialekt noch wie hochdeutsch wirkt.
Weiterhin spielt Roland Düringer seine Rolle dermaßen aufdringlich und nervtötend, dass selbst Klaus Maria Brandauer (in "Rembrandt") dagegen verblasst.
Die Inszenierung verwirrt mit zahlreichen Eventualitäts- und Traumszenen, so malt sich Gerry z.B. aus, was passieren würde, wenn er seine psychisch labile Ehefrau (ein Lichtblick, da zu Anfang des Films nackt zu sehen: Marie Bäumer) im Flugzeug schroff behandeln würde oder was er mit dem Animateur - wenn dieser seine Tochter verführte - machen würde (siehe die berühmte Mordszene aus "Psycho").
Ich will ja nicht pingelig sein, aber im Fernsehen auf der Urlaubsinsel scheinen nur 2 Filme immer wieder zu laufen: der Eastern "A better tomorrow 2" und die Splattergurke "Legion of the dead". Zumindest sind das die Filme, die im Hintergrund bei den Hotelzimmer-Szenen immer laufen.
Naja, zumindest gibt es auch einige gelungene, eher makabre, Gags. So wird der Touristen-Bus auf dem weg zur Ferienanlage von den Eingeborenen mit Steinen beworfen und ein kleines Mädchen bekommt auf herrliche Weise immer wieder etwas ab (z.B. eine Qualle).
Außerdem ist es köstlich, wenn sich die Deutschen (vor allem der gut aufgelegte Kai Wiesinger als scheinbarer "Poppitz") und die Österreicher (meistens mit Wortgefechten) bekriegen.
Schlussendlich kann man sagen, dass "Poppitz" ein besserer Film ist als die Ballermann-Klamotte "Pura Vida Ibiza", was ihn aber noch lange nicht zu einem guten Film macht, es bleibt "a Schmarrn".
Ich vergebe aufgrund der nervtötenden, nahezu lärmenden Art von "Poppitz" vergebe ich 5 von 10 Punkten.

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