Eigentlich schien der Zug in Sachen Folterfilm bereits hinterm Horizont verschwunden, doch zuweilen fällt Regieneulingen eben nichts anderes ein, als diverse Werkzeuge noch einmal zu zweckentfremden. Diesbezüglich schien die FSK keinen Spaß zu verstehen, denn nahezu acht Minuten fielen der Schere zum Opfer, was den Streifen in dieser Form beinahe unsehbar macht.
Die ehemaligen Studentinnen Corey und Elaina saßen zwei Jahre in Haft und sind soeben im Begriff, erneut Straftaten zu begehen. In einem umgebauten Folterkeller rächen sie sich nach und nach an all denen aus der Schwesternschaft, die sie für ihre Haftstrafe verantwortlich machen. Doch auf Dauer laufen die Exzesse aus dem Ruder…
Die Handlung umfasst zwei Stränge: Zum einen sickern nach und nach Informationen durch, was sich in jener schicksalhaften Nacht zugetragen hat, was fast ausschließlich mit Handkamera festgehalten wurde und entsprechend wie ein Amateurvideo diverser Privataufnahmen daherkommt. Bitches unter sich, nicht sonderlich interessant, nicht wirklich erotisch und mit Begebenheiten versehen, für die ein paar kurze Flashbacks ausgereicht hätten.
Das Hauptaugenmerk liegt selbstverständlich auf den selbstzweckhaften Foltereinlagen, die teilweise zumindest kreativ sind. Diese werden allerdings nur angedeutet und die Schere langt teils so brachial zu, dass sogar Dialoge abgehackt sind und Parts der Handlung fehlen.
Die ersten beiden Opfer werden demnach deutlich länger drangsaliert, zunächst ein Korsett, welches nach und nach die Luft zum Atmen abschnürt und nachfolgend werden falsche Fingernägel, Wimpern und Silikoneinlagen entfernt, was die geschnittene Fassung nur erahnen lässt.
Insgesamt sind die handgemachten Einlagen ordentlich gestaltet, sie werden allerdings nie so explizit gezeigt, wie man es nicht bereits in den Teilen von „Hostel“ oder „Saw“ gesehen hätte. Hinzu kommt der rabenschwarze Humor, gepaart mit makaberer Situationskomik, etwa, als ein zweites Silikonkissen aus der offenen Wunde tritt und sich die Peiniger verwundert anschauen. Auch später, als sich zwei Opfer eine Kissenschlacht mit Säurefedern liefern, kommt der Zynismus aufgrund der Schnitte kaum zur Geltung.
Darstellerisch sind indes Abstriche zu machen, da eigentlich nur die beiden Foltergirls passabel agieren. Besonders die Damen in Partylaune nerven eher durch übertriebenes Gehabe, als entsprechende Opfer kommen sie meist besser weg.
Handwerklich ist ansonsten kaum etwas anzukreiden, die umfunktionierte Geisterbahn als Schauplatz blutiger Einlagen verbreitet eine einigermaßen düstere und dreckige Stimmung und der Score kommt mit einigen gelungenen Themen daher, was primär während des Showdowns punktet.
Jener ist durchaus spannend und temporeich ausgefallen, zudem kommt er mit einer kleinen Wendung daher. Die Konfrontationen im letzten Drittel nehmen merklich an Härte zu, nur der doppelte Boden bleibt aus.
Eingefleischte Gorehounds sollten definitiv den Import aus Österreich abwarten oder schlichtweg das ungeschnittene Ding im Originalton sichten, wodurch die Dialoge ohnehin noch mehr Sarkasmus versprühen. Storytechnisch ist der Streifen eher mau, bietet allenfalls im letzten Drittel ein paar spannende Konfrontationen und liefert einen insgesamt dürftigen Background ohne nennenswerte Überraschungen. Für Genrefans passables Futter für Zwischendurch, uncut jedoch nicht so heftig, wie die gekürzten Minuten glauben machen könnten.
5,5 von 10