Review

Ex-Bundeswehroffizier Harald Westphal ist außer sich: Seine Tochter Marla ist schwer krank und muss im Klinikum behandelt werden. Natürlich traut Westphal weder Ärzten noch Pflegepersonal über den Weg und macht alle auf der Station wahnsinnig. Als sich Marlas Zustand stark verschlechtert, bemüht sich die ganze Familie, darunter Schwester Floh und Freund Isko, ihr Lebensmut zu geben. Schließlich stößt Harald beim Grübeln über die Vergangenheit auf die lebensrettende Idee.



Ich frag mich ja langsam warum ich mit der Allein unter... Reihe angefangen haben, aber wenn man die ersten vier Ausgaben mit Töchtern, Schülern, Müttern und Nachbarn gesehen hat, dann solls eben auch Teil fünf ...unter Ärzten sein (wird jetzt aber hoffentlich wohl keine Endlosserie). Alle wichtigen Darsteller konnten zudem erneut gewonnen werden. Die bisherigen Ausgaben konnte man geschlossen unter der Rubrik harmlose Familienkomödie einsortieren, hier geht man allerdings so etwas wie neue Wege in der Story.

Grob kann man den Ablauf zwar immer noch als Komödie bezeichnen, allerdings gibt's heute einen dicken Schuß Dramatik, ja sogar Melodram, als Gratiszugabe. Tochter Marla und ihre Familie werden ihrer Sterblichkeit bewußt, dazu gibt es noch eine weitere jugendliche Krebspatientin, deren Lebensdocht auch nur noch Millimeter vom ausbrennen entfernt ist. Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob das wirklich eine gute Entscheidung war. Logisch zwar das am Ende Marla überlebt und die ehrenhafte Message "eine Familie die zusammenhält kann alles schaffen" kolportiert wird, aber sorry die letzten 15 Minuten waren Kitsch pur mit Zuckerguß obendrauf. Macht für mich deswegen wenig Sinn, das Leute die eine Komödie genießen wollen doch etwas abgestoßen werden und die Dramaliebhaber im Gegenzug wohl eher selten bei Allein unter... einschalten werden. Aber egal, alle Fernsehzeitungen schwingen den Daumen nach oben und gestern bei der Erstausstrahlung waren immerhin wieder 2,5 Mio Zuschauer dabei.

Es ist aber fast ein wenig schade, das man so einen Tränen-Kickstarter eingeflochten hat, denn vom Humor fand ich das ganze bisher sogar am witzigsten aller Filme. Allein der generalstabsmäßig vorbereite Campingausflug war ganz lustig, aber auch Haralds hibbelige Art im Krankenhaus, mit der er im blanken Übereifer seine Familie, das Krankenhauspersonal aber vor allem sich selber mit seiner überbordenden Vaterliebe verrückt macht, sind sehr amüsant anzuschauen. Dazu kommen nette Figuren, wie der Klischee-Oberarzt (ja,ja golfen ist lustiger, als nörgelige Patienten zu untersuchen), die Oberschwester Marke Wuchtbrumme oder der etwas unterwürfige Pflegdoktor, das hätte alles etwas unterhaltsamer ausfallen können.

Wer allerdings auf tragikomische Geschichten steht, könnte speziell mit diesem Teil der Reihe Freude haben. Immerhin erfährt man mal etwas mehr über den Oberst a.D. (im Kongo habe ich mir selbst Kugeln aus der Hüfte geholt, da hat wohl Rambo seinen Trick mit dem Schießpulver geklaut). Von mir aus hätte man diese Linie gern weiter verfolgen können, statt unnötig Goth-Nebenplots zu starten oder unvorbereitet ernste Töne mit Artilleriesperrfeuer abzufeuern.

Liebe Fernsehmacher, nehmt ihr auch Zuschauerwünsche an? Wie wäre es 2015 mit allein im Kongo, allein unter Beamten (haufenweise Potential) oder allein unter Musikern (könnte man doch klasse Marlas unstrukturierten Freund einbauen). Über meine Provision läßt sich ja noch entspannt verhandeln.

5/10

Details
Ähnliche Filme