Review

Die Kurzweile mit Löffeln gegessen

„Der rechte Arm der Götter“ wurde in Europa gedreht und war dafür gedacht, Jack Chan als Superstar und Kampfclown auch auf unserem Kontinent bzw. am besten weltweit berühmt zu machen. Das gelang dann auch nach und nach. Wenn man sich diese Achterbahnfahrt von Film anguckt, bleibt kein Zweifel mehr, warum... „Armour of Good“ ist brachial schnell, benötigt kaum Atempausen und geht einem in Fleisch und Blut über, wie es nur die allerbesten Actionfilme können. Zudem ist Jackie von Anfang an ein wahrer Sympathieträger, den man bewundert, sehr lustig findet aber irgendwie auch in den Arm nehmen will. Eine echte Legende eben. Ein überlebensgroßer Star zum Anfassen.

„Armour of God“ gehört nicht zur absoluten Speerspitze aus Chans Filmographie, vor allem durch seine kaum vorhandene oder zu Ende gedachte Geschichte und dem unabschüttelbaren Gefühl einer simplen Aneinanderreihung von Stunts und Settings, doch seine Höhepunkte bleiben unvergessen. In Punkto Action ist das schon ein Biest. Obwohl der Nachfolger auch hier nochmal einen drauf legt. Dennoch legt er gleich los wie die Feuerwehr, mit einer witzige wie flotten Dschungelsequenz, und schaltet danach kaum mal einen Gang runter. Kein Wunder, wenn man von Mitsubishi gesponsort wird. Was für eine geil-hässliches Auto Jackie hier fährt! Wo wir auch direkt bei dem zweiten Höhepunkt wären, einer fantastischen Autoverfolgung durch gefühlt halb Jugoslawien, wo er gedreht wurde in weiten Teilen. Das sind noch handgemachte Shots und quietschende Reifen! Und dann kommen wir zum Peak, dem Kampf im Bergkloster, zuerst gegen eine Horde Mönche und dann gegen ein Quartett muskulöser, dunkelhäutiger Damen. Unvergesslich und spektakulär in jeder Millisekunde. Für diesen Film starb Jacke beinahe und die gut gelaunten Outtakes, die er hier zum ersten (?) Mal ans Ende hängt, bekommen durch seinen fast fatalen Sturz vom Baum nochmal ein ganz anderes Niveau. Der Mann kannte keine Schmerzen und keine Angst und das sieht man dem Film durchgehend an. Naiver Humor trifft auf wahnsinnige Akrobatik und heftige Handkantenschläge. Bond und Indy auf den asiatischen Falken. Als Glasur noch eine kitschige 80er-Atmosphäre, die ich liebe. Famos!

Fazit: Jackie muss man lieben, die Stunts und Kämpfe kann man nur bewundern und das Tempo ist halsbrecherisch. Manchmal beinahe wortwörtlich. „Armour of God“ lässt die Zeit verfliegen und bietet genau das, was man sich verspricht. Leider kein bisschen mehr, sehr wenige aufrechte Gefühle (außer Adrenalin) und wirkt etwas abgehakt, sehr episodisch und geschichtlich pfützenflach. Dennoch: macht eine Menge Spaß und die Action setzte Maßstäbe und ist noch heute durchzogen von Wow-Momenten. 

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