Alan bittet seinen Freund Jackie, ihm bei der Befreiung seiner Freundin zu helfen, die von einer Sekte in Europa festgehalten wird. Die Schurken fordern die sogenannte Rüstung Gottes als Lösegeld. Wie praktisch, dass Abenteurer Jackie schon weiß, wo er er mit seiner Suche anfangen muss. Der Auftakt ist gemacht und der von Jackie Chan und Eric Tsang inszenierte Abenteuerfilm schickt die beiden Gefährten mitsamt Begleitung May durch Europa, was immerhin recht unverbraucht wirkt.
Dabei bietet „Armour of God“ zwar ein paar Highlights wie eine Verfolgungsjagd mit motorisierten Vehikeln oder die von Chan gewohnten Kampfeinlagen, jedoch auch einiges an Leerlauf. Dieser äußert sich oft in geschwätzigen Abschnitten oder humoristischen Einlagen, die einfach nicht zünden wollen. Von diesen Sequenzen gibt es zu viele und letztlich zu wenig Action. Die angesprochene Verfolgungsjagd fetzt allerdings und bei manchem Stunt fragt man sich, wie die Beteiligten da heil rausgekommen sind. Auf den gewohnt akrobatischen Kampfstil muss man allerdings lange warten, erst gegen Ende bekommt man hier was geboten. Wenn er loslegt, dann richtig, aber dazwischen dauert es einfach zu lange. Dazu kommen noch diverse Songs, auch mal von Chan vorgetragen, und manch schlampigen Schnitt gerade bei Gegenschüssen in Dialogszenen. Immer wieder wirkt „Armour of God“ handwerklich nicht rund, obwohl man den Machern die Absicht und den Willen anmerkt. Der Abspann zeigt wieder diverse Outtakes und diese sind teils unterhaltsamer als jede witzig gemeinte Szene im eigentlichen Film. Der Humor ist teils schon grenzwertig.
Erzählerisch ist das ganze Werk kurios. So richtig stringent ist das nicht, da schneidet man in eine Entführungsszene irgendwelche Konzertaufnahmen und überhaupt spielen eingebrachte Dinge und Figuren im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Nicht einmal die ominöse Rüstung, da bietet das Skript einfach viel Inkonsistenz und vermutlich wollte man einfach von einer mit Action oder Klamauk angereicherten Szene zur anderen kommen. Das kann funktionieren, hier tut es das für mich allerdings nicht.
„Was wird mich das kosten?“
Etwas krude zusammengestöpseltes Abenteuer mit ein paar wenigen Highlights und dazwischen einigem Leerlauf. Verfolgungsjagd in der Mitte und Gekloppe im Finale machen richtig was her, ansonsten gibt es wenig witzige Witze und Gesabbel. Halbwegs brauchbar, wenn auch technisch nicht immer sauber und nicht so unterhaltsam wie seine quasi-Fortsetzung ist „Armour of God“ ein noch solider Chan, aber kein Highlight in dessen Filmographie.