Review

kurz angerissen*

Weitestgehend spannungsloses Handwerk mit allerdings souverän gemachten Actionspitzen, abwechslungsreichen Sets und einem Cast, der bis in die tiefsten Nebenrollen hinein Beachtung verdient. Das Menschenhändlermilieu wird natürlich zu Drehbuchzwecken ausgeschlachtet, so dass die auf Missstände hinweisende Texttafel vor dem Abspann zumindest fragwürdig in ihrer Aussage bleibt; schließlich fährt die Kamera immer wieder voyeuristisch an den Körpern der Mädchen entlang, um Lundgren und Jaa die Legitimation zu geben, mal ordentlich mit ihren Schändern aufzuräumen; dabei müsste das Hauptdarstellerduo die Kameramänner im Grunde ebenso sehr verprügeln wie die schmierigen Händler und Geschäftsmänner.

Zimperlich zeigt sich der blonde Hüne bei seinen Dezimierungsaktionen jedenfalls nicht. Seine Figur gebiert sich aus einer absoluten Pauschalsituation (wie oft ist der Held schon mit seiner Familie im eigenen Haus niedergestreckt worden und als Einziger aus der Asche wieder auferstanden, um Rache zu nehmen), wird aber immerhin in stark choreografierte Gefechte geschickt, die es an Konsequenz nicht mangeln lassen.

Ob Co-Star Tony Jaa das Schauspielern oder wenigstens eine gewisse Ausstrahlung jemals erlernen wird, bleibt angesichts seiner blassen Darbietung allerdings fraglich; wie kurz danach bei "Fast & Furious 7" bleibt er der kickende Spezialeffekt, der allenfalls dazu gut ist, das technische Spektrum zu erweitern. Aber dafür fährt die Besetzung ja dann noch Kaliber wie Perlman oder Weller auf.

*weitere Informationen: siehe Profil

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