Review

Filme, die auf Vorlagen von Brett Easton Ellis basieren, sind schon immer ein wenig seltsam, siehe American Psycho. Da macht auch „Regeln des Spiels“ keine Ausnahme.


Irgendwo an einem US-College. Im Mittelpunkt steht nicht das Lernen, sondern eher Party Party Party inklusive saufen, Drogen nehmen und herumvögeln.
Da gibt es Sean (James van der Beek), der scheinbar noch nie einen Vorlesungssaal von innen gesehen hat, sich dafür aber wunderbar in Sachen Drogen auskennt, sich öfter mal betrinkt und Frauen abschleppt. Besagter Sean ist im Visier von Paul, ein Homosexueller, der sich nichts anderes wünscht, als Sean zu vernaschen und deswegen einiges auf sich nimmt. Besagter Sean will aber lieber was von Lauren, die wiederum ist Jungfrau und hat eigentlich einen Freund, der in Paris ist. Für eine gute Note wird aber dem zuständigen Lehrer auch mal gerne Fellatio angeboten und dann ist da noch....


Ja, klingt alles sehr interessant und seltsam, und so ist auch der ganze Film. Zunächst wird man ein wenig verwirrt sein, wenn man sich den kompletten Anfang so ca. 3-4 Mal ansehen darf. Immer wieder läuft der Film zurück und bleibt bei einer anderen Hauptperson stehen (Namen siehe oben) und erzählt uns eine kurze Geschichte, was gerade so alles schief läuft. Und es läuft eine Menge schief.
Dann beginnt der Film kurz vor der großen Party, zieh-dich-so-an-das-du-gebimst-wirst-Party oder so ähnlich.

Einen großen Ploz hat der Film nicht, man merkt aber, dass der Film irgendwie von jmd. geschrieben wurde, der uns schon Pulp Fiction gebracht hat. Der Film springt in diverse Zeitzonen und zeigt dabei auch einige drastische Bilder, die teilweise mal wieder für die Amerikaner zu hart waren, uns Deutschen aber nur ein müdes lächeln abgewinnen.
Neben ein wenig nudity (eigentlich nur auf der großen Party, dort aber in Hülle und Fülle) wird dann noch ein paar mal in Klamotten gebimst, so viel zum Thema prüdes Amerika. Als Opfer von James van der Beek haben wir bekannte Gesichter wie Jessica Biel oder Kate Bosworth.
Richtig übel ist wirklich nur eine Szene, wenn sich jemand in der Badewanne das Leben nimmt. Fast dokumentarisch wird gezeigt, wie so was funktioniert incl. einer verstörenden Kameratechnik.
Trotz dieser Szene ist der Film weitgehend ziemlich lustig, was auch daran liegt, das man öfter die Gedanken der Leute lesen kann oder via Splittscreen einmal Realität und einmal Wunschdenken sieht. Hier kommt auch wieder eine recht kuriose, aber nicht minder interessante Kameraarbeit zu Werke.

Schauspielerisch kennt man die meisten, wobei besonders Ex-Dawsons’s Creek Star James van der Beek komplett aus der Rolle fällt. Kannte man ihn sonst als frauenverstehenden Dawson, so ist er hier mal das Gegenteil. Drogen, Sex, Als, alles ist dabei. Hinzu kommen böse Gesichter von James, die eher komisch wirken. Aber Spaß macht es trotzdem. Leute wie Jessica Biel oder Kate Bosworth haben ur kurze Auftritte, alle enden eigentlich auf dem Rücken unter James.

Was man nun genau von dem Film halten soll, ich weiß es nicht, der Film ist...seltsam. Trotzdem hat er einen teilweisen recht kruden Humor, lustige Kameraeinstellungen und einige witzige Szenen. Zwar wirkt alles sehr übertrieben, aber gerade das macht ja hier den Reiz aus. Auch die Europareise von Victor, Laurens Freund, ist einfach genial zusammengestückelt, wir erleben einen Clip in Geschwindigkeitsrausch, hinzu kommt die erklärende Stimme von Victor, der uns erklärt, was er so macht (natürlich Alk, Drogen, Sex). Zu lachen hat man also genug, auch wenn besagte Badewannenszene doch recht derbe ist und unter die Haut geht.


Fazit: Ja, wie gesagt, der Film ist...seltsam, aber nicht minder unterhaltsam. Zumindest beim ersten anschauen macht der Film irgendwie Laune und wird nicht langweilig, wenn man sich erst mal auf diesen Film eingelassen hat. Einige recht derbe Szenen sind genau so dabei wie humorvolle, alles wechselt sich ab. Auch wenn man sich später fragt, was das nun alles sollte, ist „Regeln des Spiels“ alles andere als ein Rohrkrepierer, eben nur eine Verfilmung einer Story von Brett Easton Ellis. Und da weiß man doch, was auf einem zukommt, oder?

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