Tarantinos Ex-Weggefährte Roger Avary weinte scheinbar bittere Tränen um seinen verkorksten Gangsterausflug in „Killing Zoe“ und bietet uns hier den Teeniefilm der etwas anderen Gangart- Beim American Psycho Autoren kann man ja nicht so falsch liegen wenn man nach interessanten Vorlagen zwecks Leinwandadoptionen sucht. In diesem Quasi-Spin-off um die Abenteuer von Patrick Bateman befasst sich der lustige Easton Ellis um die Studentenliebschaften des kleinen Bruders Sean. Das hier wohl nicht einfach eine Apfeltortenpenetration zum Spaß beiträgt sollte wohl klar sein. Sex, Lügen, Drogen und sogar etwas Video gibt’s frei Haus und als Bonbon mit Fäkalglasur steht der Dawson’s Krieg(s)-Antreiber James van der Beek im Mittelpunkt, der auch mal der Jessica Biel was vors Maul haut wenn’s hart kommt aber nicht hart werden will im guten alten Süden.
Die Erwartungshaltung befand sich meinerseits mehr im Bereich des Mittelfelds und daher bin ich noch im Nachhinein ziemlich verblüfft wie gut die Rehabilitierung des Pulp Fiction Mitverantwortlichem Avary geglückt ist: Bitterböse Gags, kleinere visuelle Gewitter und wirklich feine Schauspieler tragen das Ganze mit extrem hohen Tempo bis zum Ende (!?!) und Langeweile hat kaum eine Chance! Besonders der Inter-rail Drogentrip des vermeintlichen Schwiegermuttertraums Victor sticht in den generell spaßigen Charaktereinführungssequenzen heraus: Schnittgewitter und Voice Over vom aller Feinsten.
Die Bildspielereien in denen der Penner-look-a-like-Regieonkel Avery hier schwelgt sind ideal um den Stoff der Vorlage mit der richtigen Eleganz zu vermitteln. Warum auch immer bereits nach wenigen Sekunden der Holzhammer ausgepackt wird um dem Quentmeister was vor den Latz zu drücken entzieht sich da aber etwas meines Verständnisses. Hätte nicht wirklich sein müssen, dass gerade hier Profilneurosen aufgearbeitet werden müssen. Trotzdem: Sehr vergnüglicher Film, mit dem vieles was LSD-Noten verbockt haben fast vergessen scheint. Gefällt!