Review

Brasilien . Vier Jungen , die im Urwald gespielt haben , erzählen sich schreckliche Geschichten . Als da wären :
1. Ein korrupter Bürgermeister will ein Naturschutzgelände mit Abwässern fluten , wird jedoch Minuten später auf der Toilette von einem Monster aus seinen Gedärmen (!?!) zerfetzt . Das Monster entkommt durch die Kanalisation zum Haus eines Vaters und seines Sohnes ... 
2. Als ein Arbeiter eines Großgrundbesitzers getötet wird , glauben seine Männer , dass dies das Werk eines Werwolfs ist . Ist dies wahr und falls ja , wer könnte es sein ?
3. Ein junges Mädchen soll Milch holen und muss dafür einen Wald durchqueren , in dem ein Saci ( ein brasilianischer Kobold mit nur einem Bein ) leben soll .Tatsächlich sieht sie das Wesen des nachts , doch niemand glaubt ihr ... 
4. Auf einer Schultoilette soll sich der Geist einer Frau beschwören lassen , wenn man ihren Namen drei mal ausspricht . Als ein paar Mädchen einer ihrer Mitschülerinnen einen Streich spielen , geht dieser nach hinten los ... 
5. Als eine Frau bemerkt , dass ihr Mann sie betrügt , rächt sie sich furchtbar an ihm und muss dafür einen Pakt mit dem Teufel eingehen ... 

Fábulas Negras ist eine brasilianische Kurzfilmsammlung , von der ich nicht einmal mehr weiß wie viele Geschichten genau sie umfasst , obwohl ich sie gestern erst gesehen habe . Es könnten also noch ein oder zwei Episoden dabei sein , die ich vergessen habe aufzuzählen . Bleibenden Eindruck hinterlässt nämlich keine der Filmchen und nur der letzte Film in Verbindung mit dem Ende der Rahmengeschichte kann für wenige Sekunden für so etwas wie Spannung sorgen . Wobei dieses Ende dann überhaupt keinen Sinn ergibt - auch schon eine Leistung für einen Horrorfilm , bei denen man ja allgemein auf Logik nicht besonders viel Wert legen muss . 

Ansonsten hat man eigentlich alle Geschichten schon X mal so gesehen . Ob die Frage geklärt werden muss , wer denn nun ein Werwolf ist bis zur Geschichte eines Geistes , der erscheint , wenn man seinen Namen drei mal laut sagt ( übrigens mit einer Schauspielerin mit dem idiotischsten Tattoo auf einer weiblichen Brust , das je gestochen wurde - Entschuldigung , aber das musste hier mal erwähnt werden ) . 

Erstaunlich und erwähnenswert sind da höchstens ein paar recht deftige , jedoch auch nicht überragende handgemachte Effekte und Kreaturen mit recht viel Geschmadder , was Nostalgiefreunde ein wenig entschädigt . Außerdem kann man manchen Bildern eine gewissen Atmosphäre nicht absprechen . Die Liebe , die laut Interviews mit den Machern im Abspann , hinter dem Projekt steckt , kann man durchaus spüren . 
Ansonsten bewegt man sich leider teilweise fast auf Amateur Niveau . Einerseits was die schauspielerischen Leistungen angeht , aber auch die Ausstattung . Wenn nämlich ein normaler Esstisch mit Decke das Büro eines Oberbürgermeisters darstellen soll oder die selbe winzige Computerecke mehrere Büros verschiedener Institutionen , hilft das nicht gerade dem Realismus . 
Für B-Film Zuschauer ist der Film durchaus ansehbar , nur einen echten Nährwert besitzt er nicht . 

*** Film wurde im portugiesischem Original mit englischen Untertiteln gesehen !!!

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