Pierce Brosnan spielt den Vater dreier Kinder, der von seiner Frau verlassen wird. Seine Kinder werden in ein katholisches Heim gesteckt, da er momentan arbeitslos ist und ein Alkoholproblem hat. Der Vater beschließt jedoch um seine Kinder zu kämpfen, löst sein Alkoholproblem und findet einen Job. Laut irischem Familienrecht benötigt er jedoch die Einverständniserklärung der Mutter, die unauffindbar ist, um das Sorgerecht für seine Kinder zu erhalten. Er beschließt vor Gericht gegen Staat und Kirche anzugehen.
Pierce Brosnan hatte, auch wenn er mal nicht James Bond spielen musste, nie die Möglichkeit sich außerhalb seiner typischen Rolle als charmanter, cooler Frauenheld wirklich empfehlen zu können, was wohl ein Grund dafür war, dass er "Evelyn" produzierte und selbst eine Hauptrolle übernahm. Als Vorlage nahm man sich einen Fall, der seinerzeit durch die Medien gegangen ist, in dem Brosnan nun einen sympathischen Vater spielen darf, der sich bemüht, seine Kinder wiederzubekommen. Und Brosnan, der auch hier vielleicht noch ein bisschen zu glatt wirkt, macht sich in dieser überaus emotionalen Rolle sehr gut und zeigt, dass er außerhalb seiner "James Bond"-Rolle durchaus ein brauchbarer Charakterdarsteller ist, wobei auch der übrige Cast auf ganzer Linie überzeugt.
Der Fall und der Prozess, die auf einer wahren Begebenheit basieren, sind ziemlich interessant, zumal sich das irische Familienrecht nach dem Prozess drastisch änderte. Die wichtigsten Fakten sind auch im Film vorhanden, der Vater wird auch ganz gut, wenn auch vielleicht ein bisschen zu sympathisch konstruiert, genauso, wie die Nebenfiguren, die jedoch teilweise etwas zu eindimensional angelegt sind. Was an der Story, neben der interessanten Darstellung einer wahren Begebenheit, sehr gelungen ist, ist der dramaturgische Aufbau. Die Geschichte ist sehr mitreißend angelegt, man merkt zwar teilweise, dass an manchen Stellen etwas übertrieben wird, um den Film mitreißender zu gestalten, doch dies stört kaum weiter. Die Beziehung des Vaters, vor allem zu seiner Tochter Evelyn wird sehr emotional dargestellt und so fesselt der Film durchaus.
Der dramatische Aufbau wird von Bruce Beresford, der sich nach "Miss Daisy und ihr Chauffeur", sowie "A Good Man in Afrika" sehr gut mit Gefühlskino wie diesem auskennen sollte, versiert auf die Leinwand gebracht. An trockenen juristischen Debatten hat Beresford überhaupt kein Interesse, mehr hat er an dramatischen Momenten, von denen ihm einige gelingen. Mit der einfühlsamen Musik und einigen mitreißenden Aufnahmen baut er eine gefühlsbetonte Atmosphäre auf und steigert diese zum Finale immer weiter. Zudem hält er das Erzähltempo sehr hoch und unterhält so über die volle Laufzeit sehr gut, verpasst es aber auch nicht, die wichtigsten Fakten nebenbei einzubringen.
Fazit:
Neben der interessanten Story, die auf einem wahren Fall basiert, überzeugt der Film auch durch seinen exzellenten Cast, sowie durch seine dramatische, emotionale Machart, die von Anfang an zu fesseln vermag. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Charaktere aus dramaturgischen Gründen leicht übertrieben sind, aber angesichts des hohen Unterhaltungswerts stört dies kaum.
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