Review

kurz angerissen*

Dumm und naiv stellen Seth Rogen und James Franco den gemeinen Amerikaner dar, um der nordkoreanischen Führungsfigur Kim Jong-un auf Augenhöhe zu begegnen. Was natürlich nicht bedeutet, dass die amerikanische Dummheit am Ende nicht siegen würde, so wie sie es schon im Duell Homer Simpson vs. Frank Grimes in einer 1997er-Episode der "Simpsons" tat.

Mit dem South Park'schen Verständnis einer politischen Realität ohne doppelten Boden pfercht sich das verschworene Duo durch Szenenbilder, die ob der Undurchsichtigkeit der Grenzen zwischen Fiktion und Realität fast wie Mockumentary-Material aussehen, durchzogen von fragwürdigen visuellen Effekten und einer humoristischen Linie, die zwischen Gross-Out, billigen Kalauern und hintergründigerem Polithumor äußerst divergent ausfällt. Randall Park gibt den Führer Nordkoreas mit einer ausgeprägten menschlichen Note, inklusive geheimer Vorlieben für banale Dinge und einfachen Bedürfnissen, so dass nichts erwartet werden kann, das der Karikatur eines Zeitungscartoonisten vom Politteil gleichen würde. Vielmehr bedeutet Parks Darstellung eine Anpassung des unnahbaren, "arschlochlosen" Diktators in das kumpelhafte Rogen-Universum.

Das titelgebende Interview sorgt nicht unähnlich demjenigen aus Ti Wests "The Sacrament" für die große Pointe, mit der das vorangehende Abgehänge in einen neuen Kontext gerückt werden soll. Das funktioniert leider nicht ganz so gut wie noch beim vergleichbar aufgebauten "Das ist das Ende", weil sich die konfuse Regie weder auf Stil noch Tempo einigen kann und die potenzielle Wirkung des eigentlichen Interviews verpuffen lässt.

Nüchtern betrachtet also viel Rauch um wenig. Unfassbar eigentlich, dass so eine alberne Komödie alles zwischen den USA und Nordkorea dermaßen in Aufruhr versetzen konnte. Dabei ist sie schon heute allenfalls noch einen Kurzkommentar wert...

*weitere Informationen: siehe Profil

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