Review

"Battlefield Earth" gilt nicht zu Unrecht als eines der miesesten Machwerke der Filmgeschichte. Warum aber 10/10? Ganz einfach, weil der Film ein epochales Desaster ist, die größe Big-Budget-Katastrophe der Filmgeschichte und mit einer derartigen Konsequenz scheiße ist, dass ich nur die Höchstwertung vergeben kann.
Was dieses Machwerk in fast zwei Stunden an Dilletantismus, purer Inkompetenz und allgemeinem Mangel an gesundem Menschverstand zusammen kleistert, hätte Ed Wood in seiner ganzen Karriere noch nicht mal aus seinen Gehirnwindungen quetschen können, wenn er 200 Jahre alt geworden wäre.
"Battlefield Earth" suhlt sich fast genüsslich in jedem erdenklichen Fettnäpchen und macht so ziemlich alles falsch, was ein Film falsch machen kann. Die Regie ist grottig, die Kameraarbeit übelkeitserrgend (waaaah... diese schrägen Einstellungen... sogar das Bild einer Überwachungskamera, das im Film auf einem Monitor flimmert, ist schräääg...), das Drehbuch ein völlig irrer Mischmasch aus komplett sinnfreien und jedweder Logik widersprechenden Sci-Fi-Versatzstücken und die Schauspieler agieren mit der Intensität von Kernseife auf Valium.

Man weiß nicht, wo man bei diesem Film anfangen soll... Menschen, die 1000 Jahre ohne merkliche Beeinträchtigungen in verstrahlten Gebieten leben (ok, Held Johnny ist zu einem charakterlosen Revoluzzer mit der ersten angeborenen Fönfrisur mutiert, aber das zählt nicht...) , Aliens, die es in 1000 Jahren noch nicht geschafft haben, die Decken ihrer "Büros" der eignen Körpergröße anzupassen, ein Oberalien, das auf den unglaublich genialen Plan kommt, die Menschen mit ihrer Lieblingsnahrung zu ködern sie in eine karge, tote Eislandschaft schickt und Ratten als das menschliche Leibgericht ausmacht, ohne auf die Idee zu kommen, dass es in einer vereisten Stadt nicht so wahnsinnig viele Alternativen gibt, ein Oberalien, das zwecks Demonstration seiner Schießkünste einer Kuh die Beine unter dem Euter wegballert, Primitivlinge, die binnen einer Woche lernen, wie man Atombomben benutzt und Kapmfjets fliegt, Aliens, die anscheinend auf der ganzen Welt nur eine einzige Siedlung haben, nach 1000 Jahren auf der Erde immer noch die Hunde für die dominate Spezies halten, trotz überlegener Technologie noch keine Möglichkeit gefunden haben, ihr Atemgas durch atomare Strahlung nicht explodieren zu lassen, ein Mensch, der bei einem kurzen Aufenthalt in der Bibliothek die Unabhängigkeitserklärung entdeckt und die Standorte von Fort Knox (von dem die Aliens trotz ihrer Goldgeilheit natürlich noch nichts wissen... hausen ja erst seit 1000 Jahren auf der Erde...) und einer Militärbasis herausfindet und so weiter und so fort.... Wer mir irgendetwas in diesem Film nennen kann, das auch nur im Entferntesten soetwas wie Sinn ergibt, bekommt eine kostenlose Jahresmitgliegschaft in Hubbards lustigem Sektenclub geschenkt. Mit Schleife.

Die Umsetzung passt sich problemlos dem Niveau des Drehbuchs an. Kameras stehen schräg, Farbfilter farbfiltern das Bild, so als hätte der DOC kurz vor den Dreharbeiten erfahren, dass lustige Smarties-Farben total knorke und stylish sind, blöde Actionsznen werden derartig inflationär und ausgedehnt verlangsamt, das es schon nicht mehr peinlich, sondern einfach nur lustig ist (besonders cool ist natürlich die Szene, in der Johnny im Einkaufszentrum von einem Alien-Laser getroffen wird und in Zeitlupe zehn Minuten lang und aus 247 Perspektiven gefilmt durch etliche Glasscheiben fliegt, die natürlich genau hintereinander aufgestellt sind und zwar 1000 Jahre, nicht aber Johnny Goodboy überstanden haben...).
Erschwerend kommt noch die lausige Dramaturgie und der quasi fehlende Spannungsbogen hinzu. Es passiert wirklich nichts, was auch nur annähernd interessanter wäre, als eine "Alarm für Cobra 11"-Folge über den autofreien Sonntag. Wenn das Ganze nicht so unglaublich peinlich wär, würde es wahrscheinlich mehr Unterhaltung bieten, einem Stück Käse beim Verschimmeln zu zu sehen. So ist "Battlefiled Earth" aber ein herzhaft blöder Film, über den man sich wunderbar lustig machen kann.

Fazit: Zwei Stunden, in denen man entweder hysterisch kichernd, kopfschüttelnd oder mit dem guten Gefühl vor dem Fernseher sitzt, dass es noch Menschen gibt, die weniger drauf haben als man selber. ;) Ja, auch Scheiße kann viel Geld kosten...

10/10

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