Review
von Blaine
Tess Thorne hat eine Lesung in ihrer Nähe, doch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist sie immer recht lange Strecken mit ihrem Auto unterwegs. Die Veranstalterin, Ramona Norville, empfiehlt ihr aber eine Abkürzung, um mindestens eine Stunde einsparen zu können. Als sie auf dem Rückweg diese benutzt, wird sie während des Freiräumens der Straße, bei dem sie einen Reifenschaden erleidet, von einem Fremden angesprochen. Er gibt zwar vor ihr zu helfen, doch dann packt er sie, fesselt und vergewaltigt sie. Als er denkt, dass Tess tot ist, lässt er sie in einem nahegelegenen Abflussrohr zurück. Tess kommt wie durch ein Wunder noch zu sich, schwer gezeichnet und durch die Strapazen kaum noch ansprechbar. Das Einzige, was sie jetzt noch will, ist Rache. Rache, für das was ihr Peiniger ihr angetan hat. Doch Tess hat einen weiteren Verdacht, der sich nicht nur auf ihren Peiniger bezieht...
Wertung:
Ich habe leider keinerlei Erinnerung an die ursprüngliche Geschichte von Stephen King mit dem Titel "Big Driver", die ursprünglich in der Kurzgeschichtensammlung "Zwischen Nacht und Dunkel" enthalten war. Hier handelt es sich fast schon um einen klassischen Rape-and-Revenge-Thriller, wie er durchaus in den 70er Jahren häufiger zu finden war aber in der heutigen Zeit etwas weniger Anklang findet.
Die Stimmung des Films ist gut, entsprechend des Genres gar nicht mit so großen Horrorelementen bestückt aber ab und an kommen auch äußerst brutale Szenen vor, die an der Altersfreigabe von FSK16 zweifeln lassen. Die Geschichte ist recht einfach, wie es immer bei dieser Art von Filmen der Fall ist: Frau wird von Mann vergewaltigt und überlebt das irgendwie. Frau nimmt Rache und massakriert sie alle dahin. Einzig und allein ist die Frage, wie das Ganze vor sich geht. Damit reiht sich "Big Driver" nahtlos in große Vorbilder ein, wenngleich hier eine Kurzgeschichte die Vorlage lieferte. Die Besetzung des Films ist geglückt. Sowohl Maria Bello als Hauptdarstellerin ist sehr gut geeignet als auch alle weiteren Nebendarsteller machen ihre Sache recht gut.
Für eine Stephen King-Verfilmung gehört dieser Film sicherlich zu den besseren. Fans des Rape-and-Revenge-Themas kommen auf ihre Kosten und auch der "gewöhnliche" Horrorfan kann einen Blick riskieren. Insgesamt wird eine gewisse Breite an Publikum angesprochen. Leider ist dieser Film nur sehr schlecht vermarktet worden, weshalb er auch insgesamt etwas weniger bekannt ist. Im Gegensatz zu den anderen Wertungen hier kann ich aber durchaus 08/10 Punkte vergeben. Gibt aus meiner Sicht nicht unbedingt sehr viele King-Verfilmungen, die besser gelungen sind.