Ein sehr amerikanisches Drama über den simplen Tausch von Sex gegen Honorar - hier zugespitzt auf eine 1-Million-Dollar-Offerte, die der zwielichtige Geldmagnat John Gage (Robert Redford) einem überschuldeten Paar für eine einzige Nacht mit der attraktiven Ehefrau Diana (Demi Moore) unterbreitet und die nach diversen geistigen Verrenkungen und unbeholfenen Dialogen auch tatsächlich angenommen wird. Offen ausgesprochen geht es hier auch weniger um sexuelle Begierden als um den Preis, für den sich Prinzipien und/oder Personen kaufen bzw. stundenweise mieten lassen. Man könnte auch sagen: es handelt sich keineswegs um ein irgendwie "unmoralisches" Angebot, sondern um einen kühl kalkulierten Fall von Prositution auf einem extrem hohen monetären Level, in dem neben dem Freier und der Hure auch ein Zuhälter in Gestalt des Ehemannes David (Woody Harrelson) am Werke sind.
Dieser erste Teil des Filmes ist denn auch wirklich gelungen, weil er eine überaus sehenswerte Studie des Fetischcharakters von Geld (insbesondere in der US-amerikanischen Variante vom schnellen Glück à la Las Vegas) darzustellen vermag. Allein die Szenen im Hotelbett, welche die scheinbar aphrodisierende Wirkung von zerknitterten Dollarnoten auf menschlichen Körpern herausheben, oder aber die nachgerade irrwitzigen juristischen Feinregelungen des "Mietvertrages" sind im besten filmischen Sinne gesellschaftlich normative Offenbarungen.
Dagegen fällt in der zweiten Filmhälfte das Niveau doch größtenteils auf arg pathosgetränktes Herz-Schmerz-Geflimmere, welches großzügig von Drehbuch-Peinlichkeiten und psychologischen Ungeheuerlichkeiten gestützt wird.
Daß es Regisseur Adrian Lyne durchaus besser kann, hat er wenige Jahre später mit der insgesamt lobenswerten, weil sehr dezenten Verfilmung von Nabokovs "Lolita" unter Beweis stellen können. Aber das ist ein gänzlich anderes Thema.
Leider nur 5/10