"Das Kleid kann man kaufen. Mich nicht."
David Murphy (Woody Harrelson) und seine Frau Diana (Demi Moore) sind ein glückliches Paar, geraten aber in eine finanzielle Misere. In Las Vegas versuchen sie daher durch das Glücksspiel zu Geld zu kommen. In der ersten Nacht geht dies noch gut. In der zweiten verlieren sie jedoch ihren gesamten Einsatz. Dort begegnen sie auch dem Milliardär John Gage (Robert Redford) der sofort ein Auge auf Diana geworfen hat. Eine Diskussion über die Möglichkeit für Geld alles zu bekommen, endet in einem ungewöhnlichen Angebot: John bietet dem Paar eine Million Dollar für eine Nacht mit Diana.
"Ein unmoralisches Angebot" ist ein typischer Frauenfilm. Neben gutaussehenden, charismatischen Darstellern enthält der Film eine ausgeprägte Romanze sowie ein überdramatisiertes Melodram mit gutem Ausgang. Sein diskutables Thema fasst der Film leider nur oberflächlich an. Erstaunlicherweise sorgen aber ein paar erzählerische Wendungen für Überraschungen.
Geld regiert die Welt. Wer viel hat, kann sich eine Menge leisten, wer noch mehr hat kommt auch an außergewöhnliche Annehmlichkeiten heran. Aber ist auch Liebe käuflich? In Ansätzen verfolgt "Ein unmoralisches Angebot" diese Frage, weicht ihr aber mit zunehmender Laufzeit immer wieder aus. Dies ist besonders schade, da die einzige Spannung aus dem titelgebenden unmoralischen Angebot entsteht und der Film somit mit Längen zu kämpfen hat.
Wer denkt "Ein unmoralisches Angebot" stellt sich nur der Frage nach kaufbarer Liebe (nicht zu verwechseln mit käuflichem Sex), wird einige Überraschungen erleben. Denn auch die Auswirkungen der bezahlten Nacht auf eine Beziehung findet sich zumindest in Ansätzen wieder.
Dabei geht es leider nicht immer gänzlich ernsthaft zu. Ab und zu verhindern alberne oder kitschige Situationen den Zugang zum Thema und auch den Figuren. Gerade letztere leiden häufig unter nicht nachvollziehbaren Emotionen, was die Authentizität gefährdet.
Wenn das explizite Thema nicht wäre, wäre "Ein unmoralisches Angebot" ein sehr generischer Film. Gerade das aufbrodelnde Beziehungsdrama ist sehr gewöhnlich und leidet unter einer konstruierten Erzählweise. Die Geschichte weist einige Löcher auf und auch das Ende will, besonders bei männlichen Zuschauern, nicht ganz so schnell erfasst und verstanden werden.
Die Darsteller sind mäßig. Woody Harrelson ("Natural Born Killers", "Die Tribute von Panem"-Reihe), Demi Moore ("Bobby", "Das siebte Zeichen") und Robert Redford ("Der Pferdeflüsterer", "The Return of the First Avenger") harmonieren zwar, außer ihrem charmanten Lächeln oder einer starren Mimik bieten sie darstellerisch aber nicht viel. In einer Nebenrolle ist nur noch Oliver Platt ("Frost/Nixon") von Bedeutung.
Mit mehr inhaltlicher Tiefe und einem konsequenten Ende wäre "Ein unmoralisches Angebot" sicherlich ein Schwergewicht geworden, gleichzeitig aber auch erheblich interessanter und spannender. So fühlt es sich wie eine Variante von "Pretty Woman" an, nur, dass es hier eben weniger märchenhaft zur Sache geht. Die zahlreichen erzählerischen Lücken und der mangelnde Mut das Thema breiter auszufächern, sind eine verpasste Chance für eine ansonsten unverbrauchte Idee. Sehr knappe ...
6 / 10