Jeder der schon einmal eine Bibel gesehen (und noch nicht einmal darin gelesen) hat, weiß wie dick der Wälzer ist. Wer nun rein gar keine Idee für ein Drehbuch im Horrorbereich hat, wählt einfach eine zufällige Seite aus, stößt auf einen bis dato unbekannten Namen, schaut anschließend bei Wicki-Prediger nach und schon gibt es einen Dämon, der für Unruhe sorgt.
Könnte sich bei Autor und Regisseur Roze zumindest so zugetragen haben.
Die allein erziehende Mutter Anna verbringt eine nette Nacht mit ihrem neuen Stecher als ihre Tochter Joey spurlos verschwindet. Kurz darauf verschwinden alle Kinder in dem Wüstenkaff, bis diese gemeinsam wieder auftauchen. Und sie hegen seit ihrer Rückkehr keine guten Absichten...
Die ursprüngliche Idee war wahrscheinlich eine Mischung aus "Dorf der Verdammten" und "Kinder des Zorns" und weil das Böse einen Namen haben muss, wird ein gewisser Adramalech eingebunden. Das ist eine Art Dämon mit Eselskopf und menschlichem Körper, welcher offenbar für die veränderten Kinder verantwortlich ist. Warum der allerdings tätig wird und Kinder manipuliert, was für eine merkwürdige Glaubensgemeinschaft in dem Kaff herrscht und warum ausgerechnet Annas Tochter dem Titel gemäß nicht mehr sprechen soll, erschließt sich aufgrund des unausgegorenen Drehbuchs bis zum Schluss nicht.
Sympathisch erscheint hier kaum jemand, die Figurenzeichnungen tendieren gegen Null und vor allem ist unter den erwachsenen Mimen kaum eine passable Leistung auszumachen. Umso erstaunlicher, wie gut die Kinder größtenteils performen und zumindest ansatzweise für ein paar gruselige Momente sorgen. Etwa, als eine Horde vor einem Gebäude steht und kollektiv schreit oder ein anderes wie ein Tier tobt, bevor der Dorfälteste mit einem Exorzismus beginnt.
Das Independent-Werk offenbart zwar ein paar stimmige Momente in Form von kurzen Visionen und schick arrangierten Alptraumbildern, doch storytechnisch wirken viele Motive willkürlich aneinandergereiht. Mal mutieren die Kinder zu Zombies, dann schlagen sie mit Waffen zu, das Funknetz ist gestört obgleich keine Außerirdischen im Spiel sind und am Ende lässt sich der Dämon scheinbar durch einen simplen Trick austreiben.
Auf der Habenseite sind letztlich noch ein paar handgemachte Gewalteinlagen zu erhaschen, welche für eine FSK16 sogar recht derb ausfallen, das Make-up geht in Ordnung und die kurze Laufzeit von 74 Minuten lässt keine längeren Durchhänger entstehen.
Dennoch vermag das Werk kaum zu überzeugen, zumal Kamera und Schnitt phasenweise dilettantisch arbeiten, ein Score fast nicht auszumachen ist und die wenig durchdachte Geschichte eben nur selten Spannung erzeugt.
4 von 10