Review

Staffel 3 - 8/10

Staffel 3


Liebe ist nicht immer pünktlich

In der dritten (und womöglich) letzten Staffel „Lovesick“ (zu dem Zeitpunkt schon längst von Netflix übernommen und produziert) finden Dylan und Evie endlich als festes Pärchen zusammen, Luke lernt bei einem weirden Psychologen sich endlich zu öffnen und Angus kommende Vaterfreuden können die kriselnde Beziehung zu seiner Ex-Stripperin auch nicht wirklich kitten... Geschlechtskrankheiten spielen kaum noch eine Rolle, dafür geht’s nun flugs Richtung Zukunft für unsere liebgewonnen Freunde, die nun ja auch schon alle deutlich über 30 und aus dem Alter der Parties (?) und Affären (?) raus sind. Oder zumindest sein sollten. Nun geht’s zu Ehemaligentreffen, zu Familienfeten, zu Streetfood-Festivals und zu JGAs ohne Hochzeit - um nur ein paar skurrile Settings zu nennen, wo unsere Truppe erfolgreich zwischen Gefühlen und Gelache schwankt...

Selbst wenn vielleicht manchmal etwas die Luft raus ist und frühere Folgen mehr Witz und Esprit inne hatten, fällt mir der Abschied von „Lovesick“ dennoch nicht leicht. Lange wirkten Figuren in einer Serie nicht mehr derart authentisch und sympathisch, süß und liebenswert, echt und spaßig, selten habe ich eine Gruppe von Freunden enger ins Herz geschlossen. Man gönnt diesen leicht chaotischen Briten unbedingt ein Happy End, bekommt es (auf wunderschön-realistische Weise) auch. Dylans Trennung von Abigail wirkt unfassbar nachvollziehbar und hat mich fast zu Tränen gerührt, dass Angus beziehungstechnisch scheinbar wieder in eine Mauer gerannt ist, im Nachhinein ebenso, Luke lässt dieses Jahr tiefer blicken denn je und ist beileibe nicht mehr nur der Comic Relief. Ich würde definitiv schon gerne mehr von den Leuten sehen, wie ihre Leben und Beziehungen (hoffentlich zu ihrer Zufriedenheit) fortlaufen - könnte aber auch damit Leben, wenn das nun das Schlusswort sein sollte. Es waren 22 wundervolle, kurzweilige, knackige und auf ihre leichtfüßige Weise sogar weise Episoden und „Lovesick“ würde ich absolut als kleine, herzliche und oft richtig witzige Perle bezeichnen, mit der ich gerne „3 Jahre“ verbracht habe. Und auch der Wiederspielwert ist überraschend hoch, da man mit Sicherheit, desto besser man die Figuren kennt, umso mehr Details schon in frühen Folgen ausmachen und genießen kann. „Lovesick“ bietet lautes Lachen und nachvollziehbaren Herzschmerz, oft mit seiner ganz eigenen britischen, trocken Art und tollen, komplexen Figuren - aber vor allem ist sie eines der erfolgreichsten Abbilde unserer aktuellen modernen Dating-, Liebes- und Gefühlsleben. 

Fazit: ein runder, versöhnlicher und wie zuvor von Herzen authentischer und witziger Abschluss. Selbst wenn ich beide vorangegangen Staffeln etwas besser finde. Dennoch: „Lovesick“ als Ganzes ist eine feine Sache und viel, viel mehr als die simple Prämisse je versprechen hätte könnte. (8/10)

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