Ein weiterer Regieneuling outet sich als deutlicher Fan von David Cronenberg, einem der versiertesten Filmemacher in Sachen Body Horror. Chad Michael Ward, der auch das Drehbuch verfasste, reiht einige Grundlagen des Genres vage aneinander, was aufgrund der talentfreien Inszenierung zu kaum einer Zeit unterhält.
Dr. Henry Moorehouse (Robert Brettenaugh) arbeitet seit Jahren an einem Allheilmittel gegen alle erdenklichen Krankheiten und hat zu diesem Zweck die künstliche Lebensform Ella erschaffen. Assistentin Gemma (Alexandra Bard) spürt jedoch bald, dass die Experimente des Wissenschaftlers diverse Haken mit sich bringen, denn Henry scheint sich nicht nur mental zu verändern...
Körperhorror der wenig filigranen Art bietet vorliegendes Langfilmdebüt, denn bereits die dünne Rahmenhandlung in Form eines polizeilichen Verhörs von Gemma offenbart die spartanische Ausstattung und die lieblose Ausarbeitung der Geschichte.
Die eigentliche Handlung konzentriert sich derweil fast ausschließlich auf das Zusammenspiel von Henry und Gemma. Leider. Denn beide Charaktere fallen alles andere als sympathisch aus, da Henry zunächst wie besessen forscht und fachlichen Mummpiz von sich gibt, während Gemma zunächst so naiv daherkommt, als hätte sie das Medizinstudium bereits nach dem ersten Semester abgebrochen, - später nervt ihre völlig irrationale Bindung zum bereits vom Parasiten gezeichneten Forscher.
Das Allheilmittel Ella darf man sich indes wie einen bräunlichen Klumpatsch hinter Glas vorstellen, der wahrscheinlich mithilfe einer kleinen Luftpumpe pulsiert. Darüber hinaus treten einmal kleine Insekten aus einer Wunde, was computertechnisch sogar okay aussieht, doch bis auf Nägel in der Hand und einen tiefen Schnitt mit einem Skalpell sind keine weiteren Gewalteinlagen auszumachen.
Das ansatzweise gelungene Make-up ist auf der Habenseite zu verbuchen, ebenso der passabel arrangierte Score, welcher die überwiegend ruhige, man könnte auch sagen lahme Erzählweise untermauert.
Denn ereignisreich sieht anders aus. Bis auf einen kleinen Abstecher in ein Restaurant spielt sich die Geschichte in den karg ausgestatteten Räumen des Wissenschaftlers ab, welcher mittels eines Metavirus Krankheiten wie HIV, Malaria, Herzerkrankungen und Krebs in einem Abwasch heilen will. Funktioniert natürlich nicht, wenn bei der Forschungsarbeit keine Schutzkleidung getragen wird und die eigene Infektion letztlich dazu führt, eine Art Blutdurst zu wecken.
Was Ward da entworfen hat, sind viele banale und unspannend in Szene gesetzte Abläufe, welche zwar aus dem Handbuch für Body Horror stammen, jedoch weder eine schlüssige Geschichte erzählen, noch sehenswerte Effekte beinhalten.
Schwache Mimen, die minimale Ausstattung und das komplett unausgegorene Drehbuch runden den negativen Eindruck schließlich ab.
2 von 10