Schade, schade... aber ganz überraschend kam die Entäuschung dann auch nicht.
Ich schaue solche Filme über nachbarschaftliche Beziehungen ja ganz gerne, besonders wenn sich herausstellt, dass eine der beteiligten Personen den Hang zum Psychopathen hat.
Leider ist das ganze hier aber ein absolut vorhersehbarer Vertreter, bei dem man zu wirklich jeder Sekunde voraussagen kann, was als nächstes passiert.
Die schauspielerischen Leistungen reißen auch nichts raus, eher das Gegenteil. Das die Rolle des Noah mit einem 28ährigen besetzt wurde, ist sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings hat mich sowas in Filmen wie "Christine" auch nie besonders gestört. Was allerdings an der Figur nervt ist, dass sie einerseits ziemlich vorausplanend agiert, nur um sich dann an anderer Stelle wieder so dämlich anzustellen.
Ein Beispiel (SPOILER):
Noah macht ein Video der Liebesnacht mit seiner Nachbarin Claire, um es als Druckmittel zu benutzen.
- Er speichert es ausschließlich auf dem Laptop, keine Sicherheitskopien
- Dieser Laptop ist natürlich auch nicht Passwort gesichert (warum macht das in Filmen niemand?)
- Auf besagtem Laptop sind auch noch Beweise gespeichert, die in eines Mordes überführen könnten
Auch der Storyaufbau, wenn er langsam Claires Privatleben unterwandert... läuft ungefähr so ab:
Noah: "Hey, ähm, Claire's Sohn. Dein Vater hat Schuldgefühle und darum versucht er sich deine Liebe mit wertvollen Geschenken zu erkaufen, z.B einem Computer."
Sohn: "Eeecht, boah das hab ich bisher überhaupt nicht geschnallt. Danke Noah, jetzt mach ich erstmal voll den Zickigen."
Nach weiteren äußerst subtil aufgebauten Konflikten ist klar, der Showdown muss her, das ganze kann nur noch durch totale Eskalation gelöst werden.
Und dieser entschädigt dann zumindest ein wenig für die vorherigen 80 Minuten... ist aber auch nur für Menschen spannend, die in ihrem Leben erst 10 Filme gesehen haben.
Fazit: Kann man einmal gucken, die Langeweile muss allerdings schon beträchtlich sein.