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Erwartet habe ich einen SciFi-Film, geliefert wurde ein Mix aus Futuristik-Fantasy, Drama, Psycho-Thriller und eine Brise schwarzer Humor. Die Story ist kurz erzählt: Der Supermilliardär, Chef und Erfinder von Google, oh man nennt die Firma im Film natürlich anders, ist ein genial-perverser Eigenbrötler, der zurückgezogen in der Wildnis in einem super-modernen Luxus-Haus mitsamt streng geheimen Forschungskomplex wohnt und lebt. Da bastelt er an künstlicher Intelligenz und Androiden herum. Um diese zu perfektionieren, braucht er ab und zu Helfer. Diesmal lockt er unter dem Vorwand eines Preisgewinns einen jungen Software-Entwickler seiner Firma zu sich. Der ist dann zusammen mit einem extra auf ihn zugeschnittenen sexy girly "Bot" Versuchskarnickel... bis die ganze Situation dann schließlich eskaliert und außer Kontrolle gerät. Der Film besteht nach meiner Beobachtung aus drei Hauptelementen: Erstens dem angespannt, grusligen Verhältnis zwischen dem Psycho-Chef und seinem zunächst etwas unbeholfenen, unsicheren Angestellten. Zweitens aus Anspielungen auf menschliche Abgründe bzw. Triebe. Drittens aus philosophischen Anspielungen darüber, was den Menschen bzw. Bewußtsein ausmacht. Hier wird es dem Zuschauer überlassen, tiefer über Fragen wie "Wie formten sich Laute zu Sprache? Ist Sprache angeboren? Gäbe es Handlungen, wenn jede exakt vorher kalkuliert und wohlüberlegt werden würde? Warum erinnern wir uns an manche Dinge stärker als an andere? Was macht einen guten Menschen aus? Warum will der Mensch gut sein? Funktionieren wir als Menschen, so wie Gott es beabsichtigt hat? Welchen Sinn hat Leben, sobald alle Bedürfnisse befriedigt oder abgestreift sind? Müssen ungeachtet von Moral und Ethik alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden? Kann ein Geschöpf seinen Schöpfer übertreffen?" usw. nachzudenken. Der Film lebt von seinen spannenden Dialogen, den Bildern und der in der Luft liegenden Spannung oder Ungewißheit. Letztlich ist es eine Story, die es schon ein paar mal in ähnlicher Form gab: Geschöpf widersetzt sich seinem und übertrumpft seinen Schöpfer.

Fazit: Bietet interessanten Stoff und einige gut, gemachte Szenen sowie eine düstere Atmosphäre, aber wirkt insgesamt handlungsarm und liefert für mich kein befriedigendes Ende. Man wird so einen Film auch i. d. Regel nur einmal ansehen, also wird kein Evergreen daraus werden. Überdurchschnittlich, wenn auch nicht überragend. Anspruchsvoller Kontrast zum geistlosen Action-Gewalt-Kino. (6.5/10)

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