"Eine Maschine zu konstruieren, die ein Bewusstsein hat, ist nicht die Geschichte der Menschheit. Es ist die Geschichte von Göttern."
Der junge Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) arbeitet bei einem führenden Suchmaschinenanbieter und gewinnt bei einer firmeninternen Lotterie. Sein Preis: Ein einwöchiger Besuch bei Firmengründer Nathan (Oscar Isaac), der sich in einem abgelegenen Anwesen in den Bergen aufhält. Dort bekommt Caleb die Gelegenheit an Nathan's neuesten Projekt teilzunehmen: Einem hochentwickelten Roboter namens Ava (Alicia Vikander). Caleb soll die künstliche Intelligenz auf ein eigenes Bewußtsein hin testen. Die ersten Gespräche zwischen der eingesperrten Ava und ihm begeistern Caleb. Doch während eines Stromausfalles und der folgenden Abschaltung der Kameras berichtet ihm Ava von der Bösartigkeit Nathan's.
Im Science-Fiction Genre ist künstliche Intelligenz ein gern genommenes Thema. Zahlreiche Regisseure, wie Stanley Kubrick ("2001 - Odyssee im Weltraum"), Ridley Scott ("Blade Runner"), Steven Spielberg ("A.I. - Künstliche Intelligenz"), Alex Proyas ("I, Robot") und Spike Jonze ("Her") haben sich diesem aus unterschiedlichen Richtungen genähert.
Alex Garland war bislang als Drehbuch-Autor in der Filmwelt tätig. Aus seiner Feder stammen beispielsweise die Vorlagen zu "The Beach", "Sunshine" und "28 Days Later". "Ex Machina" ist nun sein Regiedebüt, wobei er ein gutes Gespür für ruhig erzählte Geschichten entwickelt aber auch über inszenatorische Hürden stolpert.
Ohne ein großes Intro oder eine ausschweifende Charakterzeichnung beginnt "Ex Machina". Der Protagonist ist schnell vor Ort seines Reisezieles und verlässt es so schnell auch nicht. Der Film sperrt seine Figuren durchgängig in eine kammerspielartige Kulisse und prüft ihre Psyche. In Verbindung mit philosophischen und sozialen Fragestellungen enthält er großes Potential. Allerdings gibt es nicht sonderlich viele Antworten. Gewollt wird hier auf die Interpretation des Publikums gesetzt.
Überwiegend geht es "Ex Machina" um Fragen, ob eine Maschine über ein Bewusstsein verfügen kann und nach welchem Maß dies bewertbar ist. In dialoglastiger Form und klaustrophobisch, unterkühlten Bildern erzählt der Science-Fiction Film seine Handlung und unterbricht sie nur selten mit abgedrehten Szenen, wie einer Tanzsequenz, die eindeutig heraus sticht und zum schmunzeln animiert.
Der Spannungsbogen ist sehr schleichend. Bemüht wird auf subtile Signale und eine unsichtbare Bedrohung gesetzt. Häufig zieht sich die Geschichte aber auch ungeschickt in die Länge. Und auch das Finale kann trotz einer unerwarteten Wendung nicht gänzlich überzeugen.
Der wummernde Klangteppich macht das Kammerspiel überaus atmosphärisch. Der dazu passenden, elegante aber kühle Optik fehlt es ein wenig an Details. Die Ausstattung wirkt übertrieben künstlich, ganz im Gegensatz zu den digitalen Effekten, die sich organisch einfügen.
Oscar Isaac ("Sucker Punch", "Drive"), Domhnall Gleeson ("True Grit") sowie Alicia Vikander ("Codename U.N.C.L.E.") harmonieren und bieten ein variantenreiches Schauspiel. Was jedoch allen ein wenig fehlt ist der Zugang zu ihnen. Die Festschreibung auf ein sperriges Figurendesign schränkt auch ihre Darstellung ein und macht sie eher geheimnisvoll.
Sein Potential nutzt "Ex Machina" leider nicht. Der gesamte Film wirkt zu unterkühlt und emotionslos um mitzureißen. Dafür stimmt der Inhalt des dialoggetriebenen Science-Fiction Films der final einen Wandel zum Thriller durchmacht. Die Effekte und Schauspieler sind stimmig, manche Glaubwürdigkeitsschwäche und der Schluss weniger. Eindeutig einer dieser Filme, die man mögen möchte und deren Mängel im Detail eine wirklich gute Bewertung verhindern.
7 / 10