Ausgerechnet aus dem "Geburtsland" des Fußballs stammt ein Beitrag aus der Richtung Slasher/Folterfilm, der seine positive Ausgangslage nahezu gänzlich verspielt. Auch wenn das Spiel keine 90 Minuten dauert, - die zweite Halbzeit gestaltet sich kaum spannender als die erste Spielhälfte.
Dan und Steve arbeiten mehr oder minder erfolgreich als Werbefachleute und sind enthusiastische Fußballfans. Nachdem beide recht viel Geld hinblätterten, um an einem illegalen Spiel in einem großen Stadion teilzunehmen, verpassen beide die Vorgaben des Platzanweisers. Eingeschlossen und von der Außenwelt abgeriegelt befinden sie sich fortan auf der Flucht vor einem Killer...
Es hätte ein wahres Fußballfest mit einer Menge Augenzwinkern werden können, doch Autor und Regisseur Marcus Warren scheitert bereits an einer überaus ungeschickten Figureneinführung. Die nicht chronologische Erzählweise nimmt kurze Inserts von Folterszenarien frühzeitig vorweg, Dan und Steve werden völlig unmotiviert und gänzlich ohne markante Eigenschaften vorgestellt und zudem verwirren kurze Zeitsprünge unnötig, denn bis das Treiben ein wenig Fahrt aufnimmt, vergehen bereits 30 von 76 Minuten.
Zwar sorgt das halbdunkle Stadion zwischenzeitlich für kurze atmosphärische Einschübe und auch das Auftauchen des vermeintlichen Killers Smiley liefert kurze Schreckmomente, doch explizite Gewaltdarstellungen sind fast keine auszumachen. Das Abtrennen zweier Figur beschränkt sich auf eine unblutige Sekunde, während für einen Kehlenschnitt sogar ein übler Computereffekt herhalten muss. Weitere Gewaltszenen verschwinden eher im Halbdunkel der Katakomben, so dass nicht gerade von einem Blutbad gesprochen werden kann.
Dabei hätte die Storybasis wahnsinnig viel hergegeben, denn gerade als jemand mit einer Eckfahne verwundet wird, malt man sich unweigerlich Bilder einer gelungenen Horrorkomödie aus, von der hier jedoch weit und breit jede Spur fehlt, da sich das Treiben von A bis Z komplett ernst nimmt.
Darstellerisch geht die Vorstellung in Ordnung und Richard Strange gibt sogar einen recht markanten Schlächter ab, doch wenn das komplette Treiben am Ende nach Sinn und Logik hinterfragt werden muss und sich gegen Finale eklatante Widersprüche ergeben, machen ein paar Minuten Spannung im Mittelteil kaum etwas aus.
Originelle Grundidee, aber schwache Umsetzung, bei der die so genannte Nachspielzeit nicht mehr viel rettet.
Knapp
4 von 10