Als Wikinger-Aficionado gebe ich so ziemlich jedem Werk eine Chance, welches Hörner und Beile bietet, unabhängig von Authentizität, Herstellungsland und vorangehenden Bewertungen - oder sogar dem Wissen, daß es sich um absoluten B-Schrott handelt. So einen Fall haben wir hier.
Daß der größte Teil in der Neuzeit spielt, tut dem Werk zwar nicht gut, ist aber bei weitem nicht das Hauptproblem. Vielmehr mangelt es hier an allem, was einen spannenden Action-Abenteuer-Film ausmacht: Spannung, Action und Abenteuer. Die Darsteller sind größtenteils steif und ausdruckslos, die Geschichte ist nicht sehr sinn- oder gehaltvoll und schon gar nicht fesselnd, und die Kämpfe äußerst behäbig; kennt jemand das Musikvideo zu "Anger" von Thor? Das ist ähnlich gut choreographiert. Auch die Filter entsprechen 80er-Qualitäten, wie insgesamt das Bild einem Film von 2001 nicht angemessen ist, zumindest keinem, der mehr als billigste Nachmittags-Fernsehunterhaltung sein möchte. Dafür - und das ist einer der wenigen positiven Aspekte - ist er allerdings zu brutal: Da sieht man schon mal Gedärme hervorquellen oder einen herumfliegenden Kopf, was nett ist, allerdings zu selten passiert und auch nicht so berauschend inszeniert ist, daß es die zahlreichen Mängel ausgleichen könnte. Wirklich ansprechend ist im Grunde nur die Ausstattung in dem Part, der im Wikinger-Zeitalter spielt; die ist für solch eine Produktion schon recht gehoben. Ansonsten handelt es sich um lieblos heruntergekurbelte Stangenware der Marke "Wer guckt so etwas eigentlich?"; na ja, vermutlich Leute, die so ziemlich jedes Werk schauen, welches Hörner und Beile bietet.
Für die Ausstattung (vor allem die Lederkluft des Barek) und dafür, daß ich den Film bis zum Ende ausgehalten habe, gibt es zwei Punkte - und einen dritten, weil man ja bedenken muß, daß es noch viel übleren Trash gibt.