"Sie werden Augen machen wenn sie erfahren, womit ich mein Geld verdiene."
Jupiter Jones (Mila Kunis) ist nicht zufrieden mit ihrem Leben. Täglich steht sie früh auf und geht gemeinsam mit ihrer Mutter Putztätigkeiten nach. Da sie sehr verbunden mit den Sternen ist, wünscht sie sich schon länger ein Teleskop. Allerdings reicht ihr Geld dafür nicht.
Eines Tages gerät sie in ein intergalaktisches Komplott. Jupiter soll demnach die Reinkarnation der Mutter dreier Kinder sein, die zahlreiche Planeten besitzen und deren Bevölkerung ernten, um ihre Lebensdauer zu erhöhen. Ihr somit ältester Sohn Balem (Eddie Redmayne) sieht in Jupiter eine Gefahr, denn rechtmäßig würde ihr sein kompletter Besitz an Planeten gehören. Ein Anschlag auf sie auf der Erde verläuft allerdings nicht nach Plan, als der genetisch gezüchtete Kopfgeldjäger Caine Wise (Channing Tatum) sie rettet. Beide versuchen ihre Ansprüche offiziell geltend zu machen und geraten in den Konflikt der Familie.
Mit "Matrix" gelang es den Wachowski-Geschwistern ein stilbildendes Meisterwerk zu etablieren, welches zahlreiche Nachahmer fand. Weder die beiden Fortsetzungen noch die drei größeren Produktionen "V wie Vendetta", "Speed Racer" und "Cloud Atlas" konnten mit diesem Werk konkurrieren, obwohl gerade die letztgenannten durchaus interessante Ansätze verfolgten.
"Jupiter Ascending" ist ihr Versuch an die Maßstäbe von "Matrix" nochmals anzusetzen. In vielen Details und dem Storyverlauf ähneln sich die beiden Filme. Allerdings hat der Science-Fiction Film enorme Schwierigkeiten seine komplexen Fäden zusammenzuhalten.
Die Handlung ist überaus generisch und wiederholt sich genau genommen mehrere Male. Das typische Entführungsschema kaut "Jupiter Ascending" bis zum gehtnichtmehr durch. Dies führt dazu, dass die eigentlich als stark gedachte Protagonistin Jupiter nicht nur überaus angewiesen auf ihre Rettung wartet, sondern sie auch noch als durch und durch stereotyp zeichnet. Dies geht beinahe soweit, dass Caine mehr Farbe bekommt als die eigentliche Heldin.
Nicht nur die Optik der Charaktere gleicht einem Kuriositätenkabinett. Auch die Verhältnisse untereinander sind so unüberschaubar, dass die nicht nachvollziehbaren Wendungen weder verständlich noch spannungsfördernd sind. Auf Dauer erliegt die Spannungskurve der weiten Entfernung zu den Figuren.
Optisch hingegen ist "Jupiter Ascending" regelrecht beeindruckend. Die Qualität des Kreaturendesigns schwankt zwar sehr, dafür sind die verschiedenen Planeten und ihre Architektur enorm einfallsreich. Kleinste Details sind liebevoll ausmodelliert und organisch eingebaut.
Die Actionszenen sind solide und unterhalten. Zwar sind die Choreographien wenig einfallsreich, erstaunen aber mit einer bombastischen Videospielästhetik. Trotz der gegebenen Möglichkeiten finden sich keine Raumschiffgefechte. Die Konflikte werden stets von Mann zu Mann ausgetragen.
Bei den Darstellern findet sich nichts ansprechendes. Eingekesselt in ihren Rollen agieren Mila Kunis ("Ted", "Die fantastische Welt von Oz") sowie Channing Tatum ("White House Down", "G.I. Joe"-Reihe) gerade noch zweckmäßig. Eddie Redmayne ("Les Misérables") neigt zu unangebrachtem overacting. In einer Nebenrolle wird Sean Bean ("Game of Thrones", "Equilibrium") verpulvert.
Keine Frage: "Jupiter Ascending" ist effektreich und bombastisch inszeniert. Aber in allen anderen Bereichen verliert der Science-Fiction Film völlig den Boden unter den Füßen. Die Handlung ist abgegriffen, holprig erzählt, mit Logiklücken gespickt und unfreiwillig komisch aufgezogen. Der ernsthafte Ton wird häufiger durch albern wirkende Szenen aufgeweicht. Spannung kommt dadurch kaum auf. Diesmal stehen die Wachowski-Geschwister zu recht in der Kritik. Sehr knappe ...
4 / 10