Bei Hai-Horror denkt man unwillkürlich an Strand, Tourismus, den bösen Bürgermeister und die rettende Wissenschaftlerin, - so mag es der Genrefreund und damit macht man als Autor meistens nicht allzu viel falsch.
Die Story auf eine Bohrinsel nach Grönland zu verlegen, klingt auf Anhieb zwar viel versprechend, entpuppt sich jedoch als eintöniges Gelage ohne einer Spur von Spannung zu erzeugen.
Denn alles, was uns hier präsentiert wird, ist ein Wechsel zwischen unspektakulären Unterwasseraufnahmen und redundanten Gefasel unter Spezialisten.
Dazwischen wuseln eine Reporterin und ihr Kameramann herum und ein alter Haudegen lässt umweltkritische Philosophien vom Stapel, dass einem das moralinsaure Geschwätz fast den Hai wegätzt, der erst während der zweiten Hälfte zum Einsatz kommt.
Rund eine halbe Stunde reicht zwar aus, um einigen Figuren etwas Profil zu verleihen, doch von einer anstehenden Bedrohung fehlt weit und breit jede Spur, da man in aller Ruhe die hohe Technik des modernen Ölbohrens unter Wasser erklärt und eine ausgedehnte Tauchfahrt in einem schick aussehenden Fahrstuhl unternimmt.
Einziger minimaler Höhepunkt sind die fluoreszierenden Quallen, die ein paar Millionen Jahre dort unten hausen sollen.
Erst als die Bohrinsel erschüttert wird und man kollektiv in kleinen U-Booten untertaucht, erscheint das Urzeit-Vieh, welches so um die 30 Meter lang ist und sich sogleich eine Tauchkapsel vorknöpft.
Zwar ist die Animation nicht komplett dilettantisch, aber von spannenden Attacken kann hier wahrlich nicht gesprochen werden: Die Action besteht lediglich aus einigen Erschütterungen, einem kleinen Helikopter-Einsatz und einem finalen Himmelfahrtskommando.
Zudem nimmt sich der Streifen furchtbar ernst, kommt immer wieder mit keifernder Umweltproblematik daher und verspielt sämtliches Potential damit, keine glaubhaften Figuren in den Vordergrund zu rücken, sondern Spezialisten ihres jeweiligen Fachs, die sofort alles besser wissen zu meinen und gleichermaßen den Teamgeist hervorkehren, - solche Leute mag man ja gar nicht.
Was zu Beginn langatmige Theorien verbreitet, verkommt im letzten Drittel zu einem austauschbaren Tiefseeabenteuer ohne Höhepunkte, mit einem abrupt endendem Showdown, der bis zuletzt nicht zum Mitfiebern einlädt.
Dieses einfältig unterkühlte Machwerk mit kleinen Perlen wie „Deep Blue Sea“ oder gar „Jaws“ zu vergleichen, hieße einen Delphin mit einem Goldfisch gleichzustellen.
Beide kann man beobachten, bei Letztgenanntem wird´s nur deutlich schneller langweilig…
2,5 von 10