Für eine Reportage fliegt die TV-Journalistin Christen Giddings zusammen mit ihrem Kameramann Jake auf die High-Tech-Ölbohrinsel "Colossus", die der schwerreiche Peter Brazier, der CEO des Unternehmens "Nexecon Petroleum", welches immer wieder aufgrund vermeintlicher Umwelt-Verschmutzung in der Kritik steht, im arktischen Meer hat errichten lassen. Um den Namen seiner Firma reinzuwaschen, sollen Christen und Jake nun über die tatsächlichen Arbeits-Abläufe auf der Anlage berichten. Während eines Bohr-Vorgangs auf dem Meeresboden dringt man jedoch versehentlich in eine unterseeische Höhle vor und entlässt dabei unabsichtlich ganze Schwärme von urzeitlichen Fischen in die Umgebung, die eigentlich seit Millionen von Jahren von der Außenwelt abgeschottet waren... und einen gewaltigen, prähistorischen Megalodon, der prompt die herumschwirrenden Mini-U-Boote attackiert und anschließend von den Vibrationen der Generatoren angezogen wird, die "Colossus" mit Energie versorgen... "Megalodon" ist vielleicht kein großer Wurf im Genre, aber er ist doch ein wenig besser als die artverwandten "Shark Hunter - Die Jagd nach dem Urhai" und "Shark Attack III" und hat es deshalb auch nicht unbedingt verdient, dass man ihn hierzulande auch als "Jurassic Shark 3" ausgibt (ganz im Gegensatz zu Mark Polonias "echtem" "Jurassic Shark 3: Seavenge" von 2021). Trashiger Hai-Horror steht hier jedenfalls nicht besonders weit oben auf der Agenda des Duos, welches da hinter "Megalodon" steckt: Pat Corbitt, der das Ganze mit seiner eigenen VF/X-Firma Corbitt Digital Films gestemmt hat und Make Up-Fachmann Gary J. Tunnicliffe, den man Genre-technisch seit "Hellraiser III - Hell on Earth" auf dem Schirm haben dürfte und der hier am Drehbuch beteiligt gewesen ist und Co-Regie geführt hat. So sind die beiden dann auch mehr daran interessiert, im beschränkten Produktions-Rahmen eine Art Unterwasser-Abenteuerfilm auf die Beine zu stellen, der da zunächst Erinnerungen an den Beginn von Sean S. Cunninghams "Deep Star Six - Das Grauen aus der Tiefe" weckt und bei dem es auch ziemlich lange dauert, bis das Titel-Ungeheuer endlich seinen Auftritt hat. Erstaunlicherweise ist es Corbitt und Tunnicliffe dann auch sogar weitestgehend gelungen, erzählerisch keinen Schiffbruch zu erleiden, denn nach ein paar Minuten hat man sich an das niederpreisige Ambiente gewöhnt und ab da ist man doch ziemlich in dem Streifen "drin". Okay, so manche Computer-Animation ist da vielleicht wirklich ein wenig hemdsärmelig geraten und die CGI-Hintergründe verbreiten stellenweise den Charme alter PC-Adventure-Games à la "Myst", aber insgesamt besehen ist "Megalodon" doch ein gutes Beispiel dafür, was mit geringen Ressourcen im Low-Budget-Bereich dennoch so möglich ist... und er ist auf jeden Fall ansehnlicher als der Billg-Schrott, den Nu Image, U.F.O. und The Asylum immer wieder auf ihr Publikum losgelassen haben! So kann man mit diesem Filmchen insgesamt besehen durchaus zufrieden sein, denn "Megalodon" liefert unaufgeregt-spannendes Entertainment, das sich zudem hier und da auch subtil vor dem einen oder anderen Vorbild verneigt (z.B. dem Horror-auf-der-Ölbohrinsel-Vertreter "Targoor - Reise ins Grauen", wenn da in einer kurzen, aber blutigen Szene ein Besatzungs-Mitglied von einem urzeitlichen Fisch angegriffen wird, den man vom Meeresgrund hochgeholt hat), einem seine - durchaus vorhandene - Öko-Message nicht allzu plakativ aufs Auge drückt und seinen reichen Industriellen auch nicht als Klischee-Bösewicht präsentiert. Fairerweise muss man aber erwähnen, dass die erste Hälfte deutlich stärker ist als der mit generischer Action aufwartende Schluss-Part, der beinahe zur Gänze digital umgesetzt wurde und demnach arg steril daherkommt... und dass Corbitt und Tunnicliffe für die Kosmetik ein bisschen mogeln und die Laufzeit mit einem bereits nach 75 Minuten einsetzenden, extra-langsam ablaufenden Abspann strecken. Dennoch: Ist überraschend okay!
6/10