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Das Endzeitszenario mit einer Frau zwischen zwei Männern ist durchaus vertraut, vor allem durch den eigensinnigen „Quiet Earth“, welcher aufgrund des turbulenten Einstiegs und dem verwirrenden Ausklang hängen bleibt. Der Streifen von Regisseur Craig Zobel wartet zwar mit drei hochkarätigen Darstellern auf, bleibt in Sachen Dramaturgie merklich auf der Strecke.

Ann (Margot Robbie) lebt nach einem atomaren Supergau auf dem Hof ihrer Eltern und hält sich mit Landwirtschaft und Jagen über Wasser. Eines Tages strandet der Mechaniker John (Chiwetel Ejiofor) bei ihr und hilft, den Generator mithilfe eines Wasserrades in Schwung zu bringen. Als etwas später ein weiterer Überlebender in Form von Caleb (Chris Pine) zu den beiden stößt, scheint eine problematische Dreiecksgeschichte vorprogrammiert…

Endzeitstreifen müssen nicht zwangsläufig viel Geld kosten, auch wenn sie dadurch meistens besser aussehen und authentischer rüberkommen, doch hier verspürt man recht wenig von einer Apokalypse. Das Farmhaus hoch in den Bergen zwischen zwei Tälern wäre auch mit Menschheit ein isolierter Schauplatz, wogegen der Rest der Welt ausgeklammert wird, genauso die näheren Umstände der Katastrophe.

Ann und ihr treuer Hund Faro sind nicht lange allein, als sie einen Fremden im Schutzanzug und mit Geigerzähler beobachtet, welcher sich dummerweise in einer Quelle mit radioaktiv verseuchtem Wasser wäscht. Sie pflegt den Mann, bis dieser ein wenig bei der Landwirtschaft helfen kann. John ist im Gegensatz zu Ann nicht gläubig, weshalb er das Holz der Kapelle für den Bau von Wasserrädern verwenden will, während Ann in Hinblick ans Andenken an ihren Vater zögert.

Ohnehin ziehen sich einige christliche Parameter durchs Geschehen, am deutlichsten natürlich die Bezüge zur Schöpfungsgeschichte mit Adam und Eva, später gesellt sich so etwas wie Kain dazu. Es ergeben sich zwar ein paar interessante Dialoge und einige Hintergrundschicksale regen die Phantasie des Betrachters an, doch insgesamt bleibt die Handlung zu geschwätzig, wobei es deutlich an Konfrontationen oder gefährlichen Situationen mangelt, - die meiste Zeit ist der Streifen schlicht lahm.

An den großartigen Mimen, die allesamt nuanciert und angenehm bodenständig performen, liegt das gewiss nicht. Eher ist es die Tatsache, dass die Grundproblematik zu sehr auf der Hand liegt und mit ihr die wahrscheinliche Lösung. Drum herum ereignet sich zu wenig, es fehlt die Dynamik und so etwas wie eine psychologische Zuspitzung. Auch wenn das Ende ein wenig Raum für Interpretationen lässt, überrascht es letztlich kaum.

Im Grunde bringt das Endzeitdrama alles mit, um ohne großen Schnickschnack in Form eines Kammerspiels zu unterhalten, doch es mangelt komplett an Spannung, an Action sowieso.
Das durchweg überzeugende Spiel des Trios kaschiert nicht den Mangel an Konfrontationen oder bedrohlichen Ereignissen, - das Ende der Welt kann man sich also langweiliger kaum vorstellen.
Knapp
4 von 10

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