Review
von Blaine
Der Vater Amandus Rosenbach ist zusehends durcheinander, nachdem er seine Frau verloren hat, und niemand scheint es anfangs zu merken, doch als seine Familie dann bei ihm ist, fällt auf, dass er Nahrungsmittel nicht mehr im Kühlschrank sondern im normalen Hausschrank deponiert. Seine Küche ist völlig verwahrlost. Er bestellt Dinge, die er gar nicht braucht, und er scheint sich immer weiter von de realen Welt zu entfernen. Dabei ist es außerdem so, dass er unfreiwillig komische Sachen macht. Seine Enkelin Tilda Rosenbach will ihm helfen sein Leben erträglicher zu machen, denn alles deutet darauf hin, dass ihr eigener Großvater an Alzheimer zu leiden hat. Sie erkundigt sich bei ihrem Kinderarzt, wie der weitere Verlauf ist und wie sie ihrem Großvater helfen kann. Und da sich die Familie nicht eins zu seien scheint, wie es mit ihm weiter geht, versucht Tilda sich selbst um ihren Opa zu kümmern. Dabei kommt es fast zur Katastrophe. Er bereitet neben einem Kuchen ein Paar Damenschuhe im Backofen zu und setzt dabei fast das Haus in Brand. Eine Gartenparty wird zum Fiasko. Einzig seine Enkelin scheint sich um ihn kümmern zu wollen.
Wertung:
"Honig im Kopf" könnte eigentlich ein ziemlich guter Film sein, denn es wird gerade das Thema Demenz/Alzheimer dargestellt, und das ist nicht wirklich in vielen Filmen vorhanden, auch wenn es in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielt, da die Menschen immer älter werden. Die Erkrankung wird dabei recht gut dargestellt. Gerade auch die Unsinnigkeit, die manchmal hinter den Handlungen steckt, ist auf der einen Seite ziemlich gut gemacht. Leider neigt der Film dabei auch stark zu Übertreibung, weshalb die Taten etwas deplatziert wirken (Stichwort "Kühlschrank"). Dadurch wird der Film komisch, wenngleich er wahrscheinlich gar nicht komisch sein möchte. Insgesamt kann der Film aber unterhalten, und gehört auch zu den besseren deutschen Filmen, obwohl er aber auch die "Til-Schweiger-Qualität" etwas vermissen lässt. Hallervorden ist in der Rolle des dementen Opas die perfekte Besetzung und es hätte wahrscheinlich kein anderer so spielen können. Auch Emilia macht ihre Rolle sehr gut, und mehr hätte es für diesen Film wahrscheinlich auch nicht gebraucht. Nicht gut gelungen ist z. B. die Story um Jan Josef Liefers als "Serge", der als Chef eine Affäre mit seiner Angestellten in Form von Sarah Rosenbach hat. Das wirkt etwas gezwungen und muss nicht in einem solchen Film vorhanden sein.
Der Film ist "sehbar", gerade auch aufgrund des Demenz-Themas, aber insgesamt bin ich doch mehr enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch. Insgesamt gerade so 06/10 Punkten.