Dass es doch Hexen gibt, wissen ältere Semester definitiv, denn wer hat nicht schon einmal etwas von Hexe Schrumpeldei, Bibi Blocksberg oder einigen Damen aus Eastwick gehört. Manche wollen auch eine in Blair gesehen haben. In den Niederlanden tauchen sie neuerdings auch wieder auf, wenn man der Geschichte von Aramis Tatu und Adel Adelson Glauben schenken mag.
Zu ihrem 13. Geburtstag erhält Katie von ihrem besten Freund Roy ein Amulett, welches ihre bereits vorhandenen magischen Kräfte verstärkt. Dadurch ist Katie die Auserwählte der vier Sternenhexen, die verhindern müssen, dass die abtrünnige Concuela die Welt verdunkelt…
Es ist ein kindgerechter Spaß, den das Regieduo auf das eher jüngere Publikum zugeschnitten hat. Womit einige Simplifizierungen einher gehen, denn Kinder zeigen den Erwachsenen häufig bestimmte Lösungen auf, einige Schussel wie die Untertanen der bösen Hexe (die vorher Hund und Katze waren) landen mehrfach komplett im Fettnapf, während Katies trotteliger Vater für ein wenig Klamauk zuständig ist. Allerdings darf auch die intrigante Mitschülerin nicht fehlen, denn irgendwo müssen die Reibungspunkte im Schulalltag schließlich herkommen.
Zwar werden nur wenige Werte wie Loyalität, Mut und Selbstbewusstsein vermittelt, doch dafür ist gut Tempo im Spiel. Immer wieder befindet sich Katie auf der Flucht und dazwischen bleibt Zeit, die magischen Kräfte im Umfeld auszutesten und Gutes zu bewirken, indem etwa einem Obdachlosen ein festlicher Tisch vorgesetzt wird, senile Omas plötzlich wieder Basketball spielen können oder einem Rüpel der Spiegel vorgehalten wird.
Auch Erwachsene dürften ab und an ein paar komische Momente mitnehmen.
Darstellerisch ist das Niveau indes nicht allzu hoch, obgleich die wesentlichen Figuren treffend besetzt sind. Es wird viel Overacting betrieben, manche Darsteller wirken ein wenig unbeholfen (sämtliche Sternenhexen), während andere eher hölzern agieren (ein stets auftauchender Polizist). Der Score fällt derweil nicht wirklich auf, kommt unaufdringlich daher und weiß allenfalls im letzten Drittel ein paar positive Akzente zu setzen.
Zumindest wird es in den rund 81 Minuten nie langweilig, auch wenn das Geschehen stets harmlos bleibt und für Kinder nie zu düster ausfällt. Die CGI fallen mindestens zweckdienlich, manchmal auch besser aus, die Ausstattung geht hinsichtlich des geringen Budgets voll in Ordnung und obgleich ein paar Albernheiten zu überstehen sind, zünden anderweitig eine Handvoll Gags, meistens in Form skurriler Situationen.
Ein netter, wenn auch nicht allzu magischer Zeitvertreib fürs junge Publikum oder die, die etwas Freundliches für Gemüt benötigen.
6,5 von 10