Review
von Leimbacher-Mario
Mordsmässige Madame
„The Strange Love of Martha Ivers“ ist ein famoser Film Noir über die titelgebende, (einfluss)reiche Ehefrau, die ein düsteres, tödliches Geheimnis aus ihrer Kindheit mit sich trägt und mit diesem durch einen in die Stadt zurückgekehrten Jugendfreund konfrontiert wird...
Kirk Douglas' Filmdebüt ist durch mehr als nur die Premiere dieser Legende als sehr sehenswert einzuordnen. Barbara Stanwyck als viel mehr als nur eine weitere Femme Fatale, eine Stadt voller dunkler Geheimnisse, jeder hält dem anderen irgendeinen belastenden Skandal vor, Erpressung und Betrug gehören zum Tagesgeschäft. Von der Politik über die Presse bis zur Oberschicht, alles verkeilt und verbandelt, verwandt und verfeinert. Killender Klüngel. Waffen in der Hinterhand, Messer im Rücken. Echte Gefühle kommen kaum noch durch bzw. sind niemals naiv zuzulassen oder zu glauben. Eine dunkle Serie aus Gewalt und Misstrauen. Eine Mischung aus „Touch of Evil“ und „Dallas“. Eine Tour de Force der starken Willen und Superstars. Subtil und niederschmetternd. Vor allem die Romantik hat hier kein leichtes Spiel - egal wie oft sie durchschimmert. Doppeldeutig und alles andere als brav. Mittelfinger an den Production Code. Lizabeth Scott ist eine (unschuldige) Augenweide. Ein stinkender Unterbauch voller modernere Geheimnisse und kurzfristiger Kooperationen. Scheinheiligkeit und Schatten. Karma is a Bitch.
Fazit: ein fantastischer, vollgepackter, rauchender Film Noir tückisch als Melodrama getarnt. Absolut düster, packend und erstaunlich unbekannt, unterschätzt. Sünden und Dreck überall. Also: unbedingt rein damit in die Kirk Douglas-Retrospektive!