Es gibt gute Gründe, warum Freunde beinharter Martial Arts die goldenen Zeiten mit Jean-Claude van Damme als athletischen Kämpfer vermissen, - einen weiteren liefert Autor und Regisseur Enrique Murillo, dem nicht eine simple Choreographie gelingt.
Guerrero wurde über die mexikanische Grenze geschmuggelt, weil er in den USA seine Familie sucht. Doch sofort gerät er an Santoro, dem Boss eines Verbrechersyndikats, welches mit Wetten bei illegalen Kämpfen Geld scheffelt. Guerrero muss als Vorzeigekämpfer antreten, um nicht vom Syndikat getötet zu werden...
Beim einschlägigen Titel erwartet man natürlich knallharte Kämpfe, illustre Gegner und einen charismatischen Helden, doch nichts davon ist gegeben. Vielmehr wird unter den klischeebeladenen mexikanischen Verbrechern elendig lang taktiert, Guerrero verhält sich patzig und erscheint rein gar nicht sympathisch, während zwei Vorzeigedamen damit beschäftigt sind, ihre Rundungen zu präsentieren, da mit Schauspielern rein gar nichts zu holen ist.
Lange Zeit wähnt man sich in einem halbherzigen Einwanderungsdrama ohne emotionale Momente, da die Suche nach der Familie im Verlauf immer weniger thematisiert wird, während ab und an mal ein paar Fights eingeschoben werden, die das fehlende Talent des Regisseurs in nahezu jeder Einstellung untermauern.
Von Martial Arts kann eigentlich keine Rede sein, da in den ersten beiden Kämpfen eher gerauft wird. Unmotiviert eingeschobene Standbilder (teilweise zwei Sekunden lang!) rauben dem Treiben jegliche Dynamik und auch die Kamera findet fast nie den Fokus des Geschehens. Bei späteren Auseinandersetzungen gibt es noch minimale Beinarbeit, doch richtige Treffer sind genauso wenig auszumachen wie akrobatische Kämpfer, zumal lediglich der Endkampf im Käfig stattfindet.
Die Action ist eine einzige Farce, was nicht zuletzt der finale Fight veranschaulicht, bei dem der Gegner erst gar nicht eingeführt wird und ergo nicht klar ist, ob es sich um einen Bösewicht oder eine Lusche handelt. Somit ist zu keiner Zeit ein Mitfiebern gegeben, von spannenden Momenten fehlt weit und breit jede Spur und auch die austauschbaren Kulissen kommen alles andere als stimmungsvoll daher.
Kampfsportfreunde können sich die 96 Minuten getrost sparen, da selbst der schwächste Teil der Reihe um "Bloodsport" deutlich dynamischere Action hervorbringt. Die Mimen performen durch die Bank schlecht, die flachen Dialoge wirken durch die unterirdische Synchro noch platter und vom fast nicht vorhandenen Score bleibt auch nichts hängen.
Schlichtes Kickboxen auf einem beliebigen Sportkanal ist definitiv unterhaltsamer...
2,5 von 10