Beim bulgarischen Regisseur Todor Chapkanov dreht es sich häufig um Monster, Naturkatastrophen oder seichten Horror, doch über das schlichte Format einer TV-Produktion ist er bislang nicht hinaus gekommen. Auch sein Wikinger-Abenteuer leidet an der schwachen technischen Umsetzung.
Der junge Wikinger Erick hat ein Auge auf Tasya geworfen, doch die soll mit Lord Wolven, dem Führer des verfeindeten Clans vermählt werden, um den Zwist der verfeindeten Lager endgültig beizulegen. Kurz vor der Vermählung wird Tasya jedoch von einem dritten Clan entführt, denn dieser benötigt eine Prinzessin, um sie der Midgard-Schlange zu opfern. Zwangsläufig müssen sich Erick und Wolfen zusammenraufen, um Tasya zu retten...
Gedreht wurde der Streifen hauptsächlich in Bulgarien, was der urigen Atmosphäre besonders zu Beginn entgegen kommt. Eine recht versierte Kamera fängt verschneite Wälder und vereiste Berge ein, während das Dorf von Erick und Tasya zumindest halbwegs glaubhaft ausgestattet ist. Um einige Figuren ist es allerdings weniger gut bestellt, vor allem Erick bleibt sprichwörtlich zu blass und kommt wie ein Hänfling daher, während sein Kumpel lediglich die Aufgabe hat, latent blöd zu grinsen.
Auch die Dreiecksgeschichte wird nicht eingehender thematisiert, Hintergründe der verfeindeten Clans werden ausgeklammert und die Opfergabe dient mehr oder minder als Aufhänger für einige Kämpfe, welche immerhin brauchbar in Szene gesetzt sind. Zwar wird auffallend wenig Blut vergossen, weshalb eine FSK16 fast schon zu hoch gegriffen erscheint, dennoch ist genügend Tempo im Spiel, um die eigentlich simple Geschichte einigermaßen voranzutreiben.
Die Schlange (kein Drache, wie es einige Alternativtitel suggerieren) taucht indes erst im letzten Drittel auf und ist ein wenig eindimensional geraten. Im Wasser schaut das Vieh okay aus, doch sobald der Kopf zu sehen ist, offenbaren sich deutliche technische Defizite, was gleichermaßen auf einige Bauten und Szenen per Greenscreen zutrifft. Wenn so ein Drachenschiff vor künstlichem Hintergrund hin und her wackelt, raubt so etwas doch einen Großteil der Glaubwürdigkeit, - da kann der durchweg solide arrangierte Score noch so galoppieren. Darstellerisch glänzen eher die bulgarischen Nebendarsteller, während die weitgehend unbekannten kanadischen Mimen größtenteils lustlos performen.
Was dem Ganzen entscheidend fehlt, ist Herzblut. Ein wenig Charme ist immerhin in Ansätzen auszumachen, gewollte Auflockerungen kann man allerdings an einer Hand abzählen, von emotionalen Momenten ganz zu schweigen.
Dennoch enttäuscht die Fantasy-Action nicht komplett, da innerhalb der 88 Minuten keine Längen auszumachen sind, einige Kämpfe bei Laune halten und manche Sidekicks die banale Story letztlich mit etwas Leben füllen.
Anspruchslose B-Ware, - okay für eine beiläufige Sichtung, ein Schlachtenepos oder großartige Effekte sollte man jedoch nicht erwarten.
5 von 10