Jackie Chan jagt auf eigene Faust einen skrupellosen Drogenboss.
Story:
Nach langen, aufwändigen Ermittlungsarbeiten gelingt es Detective Kevin Chan (Jackie Chan) endlich, den Drogenboss Chee hinter Gitter zu bringen. Chee's Sekretärin Selina soll als Belastungszeugin aussagen und Kevin soll sie solange beschützen, was ihm vor allem anfänglich mehr als schwer fällt. Denn auch privat läuft's nicht reibungsfrei. Seine Freundin Mae (Maggie Cheung) wollte ihn mit einer Geburtstagstorte überraschen, aber als er dann mit Selina auftaucht, hängt der Haussegen gründlich schief. Einige Zeit später kommt es zur Verhandlung. Selina verschwindet kurz vorher und Chee wird aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen. Das macht Kevin so richtig wütend, denn scheinbar will niemand was an diesen Zuständen ändern. Er nimmt das Gesetz in die eigenen Hände...
Wenn es einen Klassiker unter Polizei-Actionfilmen gibt, dann sicherlich "Police Story". Der zeigt nicht nur einen Jackie Chan in Bestform, sondern dient auch noch als allgemeingültige Mustervorlage, was Stunts und Action generell betrifft. So bedient sich u.a. "Bad Boys II" bei der Verfolgungsjagd durch die kleine Bergwohngegend. Und auch Chan ging hier bis an seine Belastungsgrenzen und liefert einen Wahnsinsstunt nach dem Nächsten ab, der bekannteste dabei ist sicherlich der Rutsch an der Stange durch die Beleuchtungskabel am Ende des Films, bei dem er sich nicht nur die Hände verbrannt hat, sondern auch zwei Wirbel angeknackst wurden. Das kann man in den Outtakes sehen...
Bei aller Action wird aber auch hier nicht der Humor vergessen, der großzügig über den ganzen Film verteilt wurde und das Geschehen gut auflockert. In der jetzigen Fassung scheinen auch endlich alle Comedyszenen drin zu sein - im Originalton versteht sich.
Das wäre auch das einzige Manko des Films: Die Synchro. Man hat sich zwar redlich bemüht und einige bekannte Sprecher engagiert (so hat Jackie hier zum einzigen Mal die Stimme von u.a. Bill Murray bekommen), so optimal rüberkommen will das Ganze aber nicht. Das liegt vor allen Dingen an den bemühten Versuchen, per "Versprecher" Komik zu erzeugen, was sicherlich im Original nicht der Fall war. Spätestens wenn Jackie dann zum dritten Mal irgendeinen Blödsinn labert und sich korrigiert, geht das gewaltig auf die Nüsse. Aber na ja, bei der Klasse des Films kann man da noch mal ein Auge zudrücken. Dennoch: Wenn man sich schon die Mühe macht, den Film komplett neu aufzulegen, wäre eine neue Synchro nicht verkehrt gewesen, ähnlich wie bei "Mission Adler".
Ungefähr eine Viertelstunde an Szenen wurden neu eingefügt im Originalton. Warum die bisher nie enthalten waren, wissen wohl auch nur die deutschen Verleiher. Da es sich fast ausschließlich um Dialogszenen handelt, war der Verlust zwar nicht so schlimm, jetzt wirkt der Film aber endlich mal vollständig und nicht so sprunghaft wie bisher.
Die schauspielerische Leistung geht dabei voll in Ordnung. Jackie spielt hier seine Paraderolle als übereifriger Polizist, die ihm wie auf den Leib geschrieben ist. In einer kleineren Nebenrolle ist Maggie Cheung als Jackie's Freundin zu sehen, die ihm ganz schön zu schaffen macht. Auch in den beiden weiteren Teilen hat sie diese Rolle erneut übernommen. Der Soundtrack ist ordentlich ausgefallen und nervt nicht mit übermäßigem Synthie-Gedudel, obwohl man genau hört, dass es typische 80er-Mainstream-Mucke ist. Trick- und Stunttechnisch gibt man sich keine Blöße und hat alles in Handarbeit erledigt. Eine Meisterleistung aller Beteiligter.
Fazit: Ein definitiver Jackie Chan-Klassiker aus den 80ern. Stellt zusammen mit den beiden Nachfolgern und "New Police Story" die Speerspitze seiner "Polizisten"-Filme dar und kann auch nach 20 Jahren immer noch begeistern. Ein weiterer Kandidat für die Höchstwertung.
10 von 10 Punkten