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Es tut mir ja wirklich leid, aber ich kann den Hype um "Police Story" überhaupt nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist dieser Hongkong-Actionfilm gnadenlos überschätzt, Jackie Chan hat Besseres beim Zuschauer abgeliefert. Dies ist seine sechste Regiearbeit. Jackie war hier wirklich tätig, denn er fungiert als Hauptdarsteller, erledigte seine Stunts alle selbst und übernahm neben Raymond Chow die Produktion. Herausgekommen ist einer seiner erfolgreichsten Filme. Das Sequel folgte drei Jahre später, auch ein dritter Teil wurde auf den Markt geworfen.

Der Polizist Kevin Chan (Jackie Chan) rettet im Alleingang einen verkorksten Polizeieinsatz, indem er den Gangster Mr. Chu (Yuen Chor) dingfest macht. Leider kann man Chu nichts nachweisen, daher wird seine Sekretärin Selina Fong (Brigitte Lin) zu einer Aussage überredet. Um sie vor Angriffen zu schützen, wird Kevin als ihr Beschützer abgestellt. Dadurch handelt er sich eine Menge Ärger ein. Nicht nur die Beziehung mit seiner Freundin May (Maggie Cheung) droht kaputt zu gehen, sondern Chu hängt Kevin einen Mord an. Gejagt von der Polizei und Killern will Kevin seine Unschuld beweisen und das geht nur, indem er Chu entgültig ans Messer liefert.

Eigentlich war ich eher auf einen ernsteren Hongkongfilm eingestellt, was mich erwartete war purer Klamauk der Sorte, welche ich überhaupt nicht abhaben kann. Die Chinesen mögen es ja lustig finden, wenn Jackie dümmliche Grimassen zieht, einige Torten in die Fresse kriegt und massig dämliche Sprüche vom Stapel lässt. Ich sag ja gar nichts wenn dass ab und zu mal vorkommt, doch hier wird ständig herumgealbert, was stark an der Ernsthaftigkeit des Films nagt. Bei der Szene mit dem falschen Einbrecher habe ich wirklich überlegt die Vorspultaste in Gebrauch zu nehmen. Zugegeben, manche Dinge animieren sogar mich zum Schmunzeln, wenn Kevin seine Freundin ausversehen vom Motorroller zieht, oder mit fünf Leuten gleichzeitig telefoniert. Leider überwiegt der klamaukige Hongkonghumor mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Das Jackie mit der deutschen Synchronstimme von Bill Murray versehen wurde, macht die Sache nur noch schlimmer. Sein schauspielerisches Talent hält sich eh stark in Grenzen. Doch wozu er körperlich im Stande ist, darf er hier in atemberaubenden Sequenzen vorführen.

Natürlich erledigte er alle Stunts selbst. Ob er an einem fahrenden Bus hängt, in einem Auto den Hang hinunterdüst, oder aus luftigen Höhen in die Tiefe springt, oder fällt, Jackie ist sich für nichts zu schade und musste dafür schon ettliche Blessuren wegstecken. "Police Story" beginnt wirklich mit einer starken Actionsequenz. Ein langer Shootout und die anschließende Verfolgungsjagd mit jeder Menge Sachschäden. Ein ganzes Armendorf wird mit Hilfe von Autos in ein Schlachtfeld verwandelt. Dies scheint auch Michael Bay für das Finale in "Bad Boys 2" inspiriert zu haben. Aber danach sackt der Film in den Keller und hat insgesamt nur vier Actionszenen zu bieten. Mit zwei toll choreographierten Keilereien, muss man nun bis zum brillanten Finale durchstehen. Hier wird ein ganzes Einkaufszentrum auseinandergenommen, die harten Prügeleien sind schick choreographiert. Doch die stereotype Story ist sehr dialoglastig und bietet kaum Überraschungen. Eine Durststrecke reiht an der Nächsten. Übel aufgestoßen ist manchmal der Score, welcher in einige Szenen alles andere als passend daherkommt.

Warum "Police Story" diesen Kultstatus besitzt wissen vermutlich nur die Fans des Kongkongkinos. Ich war von diesem Film maßlos enttäuscht. Total albern, langweilig, mit gängiger Story versehen. Nur die wenige Action ist prima inszeniert. Ansonsten einmal gesehen und nie wieder.

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