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„Police Story“ entpuppt sich als Jackie Chan Streifen, der nur ein wenig, aber trotzdem merklich von den anderen Filmen des Stars abweicht.
Der Hongkonger Polizist Kevin Chan (Jackie Chan) und seine Truppe wollen den Gangsterboss Chee (Yuen Chor) in einer gezielten Operation hochnehmen. Zwar muss Kevin Chee erst mal kräftig verfolgen (wobei einiges zu Bruch geht), doch am Ende hat er diesen ganz großen Fisch im Netz. Der Opener geht sehr lange und kann mit seiner Action ziemlich gut unterhalten. Es wird sogar ein wenig geballert, was man in Chans Filmen eher wenig sieht.
Als Zeugin soll Chees Sekretärin Selina Fong (Brigitte Lin) aussagen, die sich aber weigert. Doch Kevin inszeniert einen angeblichen Mordanschlag auf sie, der sie in Angst versetzt und umstimmt. Doch Chee hat wirklich vor, sie zu beseitigen, so dass Kevin bald alle Hände zu tun hat. Obwohl man ein, zwei Kampfszenen bewundern kann, ist der Mittelteil bis zum Showdown ziemlich actionarm geraten.

Kevin glaubt endlich Erfolg zu haben, doch die Gerichtshandlung entpuppt sich als Desaster: Seine Kronzeugin ist weg und die wenigen Beweise, die er vorlegen kann, sind alles andere als stichhaltig. Bei seinen Kollegen in Ungnade gefallen muss sich Kevin nun auch noch des inzwischen freigelassenen Chee und seiner Bande erwehren...
Auch wenn „Police Story“ teilweise die locker-leichten Töne anderer Chan Filme anschlägt, so ist die Story eher amerikanischen Polizeifilmen verpflichtet. Denn diese Assoziationen kommen öfter auf, wenn sich Kevin des scheinbar unnahbaren Gangsterbosses annehmen muss oder es auch einen korrupten Bullen im Revier zu geben scheint. Zudem ist der Sprecher Chans dieses Mal auch jemand, der sonst Hollywood Größen wie Bill Murray vertont.
Ansonsten kann man die Story als ordentlichen Polizeifilm abbuchen. Zwar sind viele der Elemente bekannt (kann man ja schon oben in der Inhaltsangabe sehen), aber trotzdem ist die Spannung solide. Zudem ist „Police Story“ auch schon recht alt, dass viele andere Filme hier abgucken konnten. Mir ist nur die an Handlung und Comedy gekürzte FSK 18 Fassung bekannt; diese ist noch gut ansehbar, allerdings sollte man den Schnittbericht zum besseren Verständnis kennen (z.B. wird erst so wirklich ersichtlich, warum alle Welt nach der Gerichtsverhandlung dermaßen sauer auf Kevin ist).

An Action gibt es außer der Schießerei plus Verfolgungsjagd am Anfang nur Fights zu sehen. Diese kommen fast nur im Showdown vor, sind dafür aber sehr gut choreographiert und akrobatisch. Zudem ist der Motorrad durch Glasvitrine Stunt bewundern, den Dwight H. Little in „Rapid Fire“ nachahmte. Die Kämpfe sind etwas härter und ernster geraten als in anderen Chan-Filmen, allerdings sind die Fights trotzdem kaum 18er würdig; die damalige Indizierung ein Witz.
Jackie Chan absolviert seine Rolle ziemlich gut, auch wenn er natürlich keinen Preis für seine Schauspielerei bekommen würde. Auch die restlichen Akteure spielen alle überzeugend für einen kleinen Hongkong Film.

„Police Story“ ist ein unterhaltsamer Klassiker des Hongkong Kinos, der allerdings ein wenig mehr Kämpfe und eine etwas originellere Story vertragen könnte.

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