Story:
Dolls erzählt in drei Geschichten drei Spielarten der Liebe: Verzweiflung, Hoffnung und Leidenschaft.
EIN JUNGER MANN hat seine große Liebe in Stich gelassen, um auf Druck der Eltern die Tochter seines Chefs zu heiraten. Die Geliebte begeht daraufhin einen Selbstmordversuch und erkennt ihre Umwelt nicht mehr. Schuldig kehrt er zu ihr zurück, nimmt sich ihrer an.
EIN ALTERNDER GANGSTER besucht nach dreißig Jahren den Park, in dem er sich als junger Mann von seiner Freundin verabschiedet hatte. Er wollte fort, um genügend Geld für ein gemeinsames Leben zu verdienen. All die Jahre hat die Frau jeden Samstag dort auf ihn gewartet, aber nun erkennt sie ihn nicht mehr.
EIN POPSTERNCHEN schließt sich von der Außenwelt ab, weil niemand ihr durch einen Unfall entstelltes Gesicht sehen soll. Ihr hingebungsvollster Fan blendet sich selbst, damit sie sich nicht ihrer Entstellung wegen vor ihm schämen muss.
Kritik:
Der japanische Regisseur und Schauspieler Takeshi Kitano hat sich auch hierzulande erst mit eher gewalttätigen Action-Thrillern wie Brother, Sonatine oder Hana-Bi einen Namen gemacht. In Dolls zeigt er eine andere Seite, indem er anhand dreier ineinander verwobenen Stories die tragisch-traurigen Aspekte der Liebe darstellt.
Der Film beginnt mit dem traditionellen, japanischen Bunraku-Puppentheater (Nationaltheater Tokyo). Die Beziehung dieser Theaterspielart zu seinem Spielfilm beschreibt der Regisseur so: „In ‚Dolls’ spielen ‚menschliche Puppen’ eine von Bunraku-Puppen ersonnene Geschichte. Der Film beginnt während deren Arbeitszeit, einer Bunraku-Aufführung. Wenn die Arbeit getan ist und die Puppen allein sind, ruhen sie sich aus und beginnen, einander Geschichten zu erzählen.“
Zudem sei es sein gewalttätigster Film, sagt er. Blut fließt aber eigentlich kaum, ein paar Kugeln werden abgefeuert und ein Griff zum Messer wird gezeigt, den Rest muss man entweder hören, sich denken oder sieht später das Ergebnis. Aber nichts, wo man sich lieber die Augen zuhält. Das wäre auch wirklich ein fataler Fehler. Dolls ist ein visuelles Meisterwerk. Traumhaft schöne Bilder, wundervoll inszeniert und 3 kleine Geschichten, die unter die Haut gehen und einen zu tiefst berühren können. Traurig, aber schön. Schön, aber traurig. Deswegen "gewalttätig": Dolls ist eine Mischung aus surrealem Zauber und klassischem japanischen Puppenspiel, aus märchenhaften Momenten und streng durch inszeniertem Drama.
Die Leistung der Schauspieler ist auch sehr stark und großes Respekt an die menschlichen Puppen.
Film: 9/10