„Whisky“
„Wir haben kein Whisky“
„Kaltes Bier“
„Kaltes Bier haben wir auch nicht“
„Und was trinken die da ?“
„Warmes Bier“
Etwas zu behäbige andere Darstellung der Geschichte um die Schiesserei am O.K. Corral, fixiert auf Doc Holliday und fast als Anti – Western aufgezogen. Holliday [ Stacy Keach ] bekommt selber schon weit vor Tombstone ersten unfreundlichen Kontakt mit Ike Clanton [ Michael Witney ], er nimmt ihm nämlich in einem Spiel die Miethure Katie Elder [ Faye Dunaway ] weg. Diese begleitet ihn auch ab sofort, in Tombstone selbst gelten sie dann auch als bürgerliches Pärchen, Doc scheint sesshaft werden zu wollen, man zieht in ein eigenes Haus ein. Dort ist allerdings auch Clanton wieder, diesmal samt Brüdern, die auch allesamt ein Problem mit dem örtlichen Marshall Wyatt Earp [ Harris Yulin ] haben.
Soweit die Grundgeschichte, sattsam bekannt und wie es endet weiss auch jeder.
Was allerdings anders abläuft, ist die Darstellung der Hauptpersonen und die Erzählweise selbst.
Earp ist nur gross mit der Waffe in der Hand, hat ansonsten auch keine wirkliche Präsenz und geht eher in die Richtung machtgieriger Politiker. Er will bei der bevorstehenden Wahl unbedingt Sheriff werden und danach die Stadt melken, dafür benötigt er als Propaganda allerdings noch einen Hit. Ein vermeintlicher Postraub der Clantons bietet dafür die Chance, diese waren’s allerdings nicht, sondern nur deren Mitläufer Johnny Ringo. Um doch noch sein Ziel zu erreichen, betreibt Earp dann Machtmissbrauch, arbeitet mit unlauteren und unfairen Mitteln sowie Erpressung und Bestechung, um zu guter Letzt die „Unruhestifter“ zu provozieren.
Das alles läuft allerdings eher neben ab, die Kamera ist wie gesagt zumeist auf Holliday gerichtet, der nebenbei einem Greenhorn Schiessunterricht erteilt, mit seiner Frau über Vergangenheit und Zukunft spricht und seinem ehemaligen Freund Earp alsbald die kalte Schulter zeigt, am Ende aber doch dabei ist.
Die Regie vom eigentlich unbekannten Gespann Perry/Gilroy dabei ist im besten Falle intensiv und im schlechtesten langatmig. Anfangs schaut alles in seiner staubig gelb-braunen Optik und der lakonischen Art nicht unähnlich einem Italowestern aus. Dort würde man es sich allerdings nicht erlauben, erst nach einer Stunde den ersten Schuss knallen zu lassen und die einzig Actionszene, den finalen Shootout, in raschen 18 Sekunden ablaufen zu lassen [ wobei die Blickkontakte schon mitgerechnet sind ].
Eine weitere Entmythologisierung des Genres findet dann ausgerechnet durch den Helden in der Geschichte , dem zwischen den verschwindenden Werten des „Wilden Westens“ und der ausbreitenden modernen Kultur stehenden Holliday statt: Er erschiesst den einzig Positiven, das unbewaffnete Greenhorn, dass zum ihm aufblickt.
Mehr Tempo und Treffer wären allerdings schon nötig gewesen, so ist es nur ein interessanter Blickwinkel.