Review

Found Footage'ception

"Malibu Horror Story" ist ein kleiner Found Footage-Mythos, da der Film schon vor Jahren, vor der Pandemie könnte das sogar gewesen sein, auf ein paar internationalen Genrefilmfestivals lief und bei einigen Zuschauern gut ankam, danach jedoch "mysteriös" völlig in der Versenkung verschwand. Nun gibt's ihn aber endlich (und schon seit Längerem) relativ normal zu streamen - und wie zu erwarten ist er halb so wild wie er gemacht wurde. Ein schlechter Found Footage'ler ist's aber auch auf keinen Fall... Erzählt wird von einer Gruppe paranormaler YouTuber, die einer lokalen Legende nachgehen und dabei in eine Höhle in Malibu kriechen, wo vor Jahren ein paar Teenager spurlos verschwunden sind...

As Above, So V/H/S

"Malibu Horror Story" ist teils zwei Found Footage-Stories in einem Film und teils auch gar kein Found Footage. Was verwirrend klingt, stellt sich dann aber doch als relativ generisch und uninspiriert, klischeehaft und "normal" raus - ohne je gänzlich schlecht zu sein. Vor allem wenn man einen soft spot für das Subgenre hat und ihn vielleicht abends alleine unter der Bettdecke guckt. In seinen besten Momenten kommt sogar etwas "The Descent"-Vibe auf. In seinen schlechteren Momenten passiert wenig bis gar nichts, wiederholt sich alles nur beliebig. Den Figuren mangelt es an Charakterisierung, sodass man nie richtig mitzittert, um keinen Einzigen der beiden (!) Gruppen. Und was da Monströses zwischen Tropfsteinen und Campingzelten lauert, haut einen jetzt auch nicht die Stalaktiten vom Kopf. Von Paralleldimensionen bis zum Klassiker "indian burial ground" ist alles dabei was Rang und Klischeenamen hat. Dass das Ganze dann doch noch zu oft auf billige Jumpscares setzt, geschenkt. Immerhin gibt's ein paar nette doppelte Böden, ein paar atmosphärische Aufnahmen und ein paar saftigere Standbilder, die früher in der Fangoria oder Splatting Image gelandet wären. Und seine Kohärenz und seinen durchgängigen Stil verkauft der Film halt für Abwechslung und sein minimal verschachtelteres Konzept. Musste er deswegen zur kleinen Festivallegende werden? Hell no! War er das überhaupt jemals abseits von digitalem Marketinggewäsch der Beteiligten und ihrer Mama? Würde ich keine 5 Euro drauf setzen. 

Fazit: Im Kern und Versuch sympathische, leicht überdurchschnittlich clevere, im Endeffekt dann aber doch wenig berauschende, liegende Found Footage-Acht. Nett aber kein Brett. 

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