Review

Johnny Pichler ist Geldbote und muß einem zweilichtigen Russen von seinem Auftraggeber einen gewissen Betrag überreichen. Angeblich ist dies zuwenig, was dem Russen mißfällt und Johnny in Bedrängnis bringt. Doch dessen Komplizin im Wagen überrumpelt den Mafiosi und die beiden schnappen sich das Geld und das Auto und fahren los. So beginnt ein Roadmovie mit Josef Hader und weckt Erwartungen, die leider im Filmverlauf bitter enttäuscht werden.

Eine erkennbare Handlung hat der Film nicht, Spannung vermag sich zu keinem Zeitpunkt einzustellen. Der Film plätschert vor sich hin und liefert uns Bilder und Szenen aus den Ostblockländern. Vermeintlich typische Ausschnitte und Begegnungen prägen den Fortlauf, so darf natürlich der Überfall durch eine ukrainische Jugendgang nicht fehlen - die Klischees wollen schließlich gefüttert werden. Der Film liefert uns das, was wir schon immer gebraucht haben: Die Bestätigung, daß unser Bild der Ostblockländer richtig ist und es dort genauso ist wie wir es uns vorstellen.

Um halbwegs einen roten Faden in das Ganze zu bringen hat uns Andrea Maria Dusl eine Liebesgeschichte eingebaut. Johnny auf der Suche nach der großen Liebe, und trifft doch nur auf die Schwester, mit der er eine Affäre beginnt. Nicht nur etwas mehr hätten wir uns schon erwartet, nein, mit Verlaub gesagt wesentlich mehr! Der Plot ist so schwach daß er bitter enttäuscht. Dem Film fehlt es zu jedem Zeitpunkt an Fahrt, nie sind wir gespannt was als nächstes kommt, man muß sich förmlich zwingen weiter zuzuschauen.

Wer im Zuge der Ostalgiewelle auf einen kurzweiligen Film gehofft hat wird vom Gegenteil enttäuscht sein. Nicht einmal der grandiose Josef Hader kann hier noch etwas retten, da seine geniale kabarettistische Seite in keiner Sekunde zum Vorschein kommen darf. Auch Detlev Buck als Vorzeige- und Klischee-Ossi mit zweifelhaftem Humor hat sich durch diese Rolle kein Aushängeschild verpaßt. Die beiden genialen Allroundtalente verschwenden ihr Können für diesen Film. Schade!

(3/10)

Details
Ähnliche Filme