Review

kurz angerissen*

Als zweiter größerer Film des Jahres 2015 über den Journalismus und seine Verpflichtung gegenüber der Wahrheit bleibt "True Story" deutlich hinter dem vielschichtigen Ensemblefilm "Spotlight" zurück, auch wenn ein direkter Vergleich natürlich aufgrund der völlig unterschiedlichen Perspektiven nicht möglich ist. Regisseur und Drehbuchautor Rupert Goold arbeitet mit einem Hauptdarstellerduo, das man instinktiv mit einer Komödie in Zusammenhang gebracht hätte. Gleichwohl haben sich beide bereits des öfteren als Charakterdarsteller profiliert, was ihnen auch in diesem Fall wieder gelingt. Insbesondere Jonah Hill nutzt den Raum, den man ihm gewährt, für eine ambitionierte Vorstellung, die sich allerdings nicht vollständig im Plot auflösen möchte. Dass Goold den Fokus auf die Kommunikationswege zwischen Hill und Franco beschränkt, ist angesichts der passablen Chemie durchaus legitim, allerdings ist das gegenseitige Zuspielen der Bälle bei weitem nicht fintenreich genug, um den Kampf um die Wahrheit von einer privaten Pokerrunde ins kollektive Bewusstsein zu befördern.

In der Folge bleibt "True Story" trotz erlesener Fotografie oft spröde und leer, löst er doch zu selten die Versprechen ein, die er mit seiner aufdeckenden Haltung gibt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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