Verwirrende Eindrücke gleich zu Beginn, die auf den Zuschauer einprasseln. Visuell wird dem Fitnessfetischkino damaliger Zeit mit Großaufnahmen von freigelegten Muskelpartien in einer schnittigen Trainingsmontage gefrönt, da klebt die Kamera geradezu am verschwitzten strammen Körper und wird das Publikum mit schnellen agilen Bewegungen verwöhnt. Akustisch klingt der folgend zugeschaltete Voicestream der Erzählerstimme wie aus den Reportfilmen der frühen Siebziger, inhaltlich wird genauso sensationsheischender Kokolores von sich gegeben und der scheinbare Schauplatz Las Vegas als “eine Stadt voller Licht. Aber auch voller Dunkelheit“ betont. “Hier wird jeden Tag gewonnen und verloren.“ Das lizenzierte Spieler-El Dorado mit seinen angepriesenen Superstars um Dean Martin und Engelbert hält aber nur für einige Stock footage Aufnahmen von Neonlicht, Glitzer und Glamour her, Handlungsfeld ist das komplette Gegenteil davon und Hundert Meilen entfernt: Los Angeles, Wohnort vom Hauptakteur und Gefilde des Verbrechens:
Der junge und etwas aufmüpfige und ohne Vater aufgewachsene Karateschüler Jason [ Christopher Wolf ] möchte auch wegen seiner Freundin Tracy [ Elsie Jay ] etwas aus seinem Leben machen und sich beweisen, vor allem auch gegenüber seinem Lehrer Oyama [ Richard Rabago ], mi dem er regelmäßig zusammenrasselt. Als das ausgeschriebene "Karate Wars" Turnier mit seinen Millionengewinn kurz vor der Durchführung wegen Korruption hinter den Kulissen und anderer Vergehen gestrichen wird, fordert Jason die lokale Konkurrenz um die Schüler von Nakaso [ Gerald Okamura ] zu einem privaten Duell heraus; auch Oyama hat mit Nakaso noch eine Rechnung offen.
Anders als die vorherigen Regie-, Drehbuch- und/oder Produzentenarbeiten von David Hue(y), allen voran die erstmals auffälligen Tätigkeiten mit Gary Daniels ist man hier kein Actionkrimi, eher so etwas wie ein Sportler- und Jugendrama, mit einer Person übrigens, die tatsächlich telegen gehalten und zumindest optisch genau der Blickfang damaliger Vertreter dieser Gattung Film auch ist. Vom Aussehen her genau die richtige Entscheidung und die perfekte Auswahl, eine Type wie der Sheen, Lowe, Swayze oder Cruise, der aufmüpfige junge Mann, der als Einzelkämpfer durch die Welt geht und sich mit jedem und allem und besonders den Regeln und Konventionen und damit natürlich auch speziell den Erwachsenen anlegt. So ist auch die Lehrer - Schüler - Beziehung hier eine andere als üblich, eine ständige Reiberei, wobei das Miteinander der beiden auch nicht aus Freiwilligkeit, sondern aus dem Zwang heraus kommt und so sich bald ein Konfrontationskurs seiner Bahn bricht.
Neben diesen gegenseitigen Austausch von Vorhaltungen und Leviten, die durchaus noch halbwegs interessant dargereicht werden, dominiert eine seltsame Mischung aus unfreiwilliger oder doch absichtlicher Parodie, was vor allem an den Analogien oder auch Orakeln genannten ständigen Sprüchen vom Sensei ("Ein kranker Ast zerbricht im Sturm." -"Ein Mann ohne Technik ist wie ein Baum, der keine Früchte trägt." - "Die Angst vor dem Schlag hält dich nur vom Gegner fern. Wie die Angst vor einer Frau." - "Wut ist wie ein Rasiermesser. Richtig eingesetzt rasiert es dich. Falsch eingesetzt durchschneidet es dir die Kehle." - "Probleme sind wie Eisberge. Ein Zehntel über Wasser. Und neun Zehntel drunter." - "Mit einem Schlag kommst du nicht weiter. Das Alphabet bildet Wörter. Aber erst die Wörter machen Sätze.") und der mimischen Reaktion und auch der völlig bodenlosen Trainingsleistungen seiner Schüler liegt; zudem kommen noch ein abartiger Rhythmus des Geschehens, welches bloß von auffälligen Einblenden, Ausblenden und Schwarzblenden und dies mühsam zusammengehalten wird. Eine rumpelige, schrumpelige Kampfszene auf einem Parkplatz um die Wagenschlüssel und ein geklautes Autoradio soll wohl die erste Actionszene darstellen, ein unästhetisches Gerangel und Geschubse mit Schwitzkasten, Augenquetschen und Eiergriff, was echt grausam aussieht und die letzte Hoffnung fahren lässt. (Die Behandlung des ungewollten Todes eines Gegners im Ring ist in Tim Springs sowieso überragenden Bloodfight 5 - Die Abrechnung im Ring auch um Güteklassen besser und wesentlich zeitsparender umgesetzt.)
Mehr schlecht als recht also, aber mit Nuancen, da man durchaus den Eindruck bekommen kann, dass es Hue(y) in seinem zweiten Film nach Space Rangers und vor dem Kickbox Terminator hier durchaus ernst gemeint hat und ihm die ganze Angelegenheit wichtig und auch besonders ist; die sehr preiswert an vier Locations (Turnkammer, Umkleide, Häuserdach, Ring) umgesetzte Produktion gewinnt dadurch und auch mit Independenz-Gefühl, ist aber vorne und hinten nicht ausgereift und sich oftmals selber widersprechend. Verbale und emotionale Ausbrüche kommen unvermittelt und haben kein Bezug zueinander, was meistens auch für das nähere personelle Umfeld gilt. Eine zweite Auseinandersetzung in einer Art Hinterhof mit vier Rowdys aus der konkurrierenden Schule weist einige gekonnte Aneinanderreihungen von Schlagkombinationen auf und sieht andererseits aus wie im Zeitraffer aus dem Stummfilm; wenigstens das privat abgehaltene Finale ist ohne Popanz und ordentlich wild.